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Freienhufen soll Zentrum für Bioabfälle werden
Bewegung an der Freienhufener Müllfront

Großräschen. Der Abfallentsorgungsverband macht ernst: Genehmigungsunterlagen für den Bau einer Bio-Kompostieranlage und eines Wertstoffhofes sind beim Landesamt eingereicht. Baustart im August. Von Andrea Budich

Es geht um 1,5 Millionen Euro, um 23 000 Tonnen Biomüll aus ganz Elbe-Elster und aus dem südlichen Landkreis OSL, um die modernste Kompostieranlage im Umkreis von 100 Kilometern und es geht um Gestank.

Gestank, der tunlichst vermieden werden soll, den es entweder gar nicht oder zumindest nur in erträglichem Ausmaß für die Freienhufener geben soll. Das jedenfalls hat Abfallentsorgungsverbands-Chef Dr. Bernd Dutschmann am Dienstagabend vor den Mitgliedern des Großräschener Bauausschusses gleich mehrfach beteuert - mit reinem Gewissen, wie er selbst sagt.

Für die „geringstmögliche Belastung“, die er den Freienhufenern verspricht, führt er hieb- und stichfeste Belege ins Feld. Dazu gehören eine Geruchsausbreitungs-Rechnung sowie Geruchs-Prognosen, die auf Gutachten basieren. Danach liegen sämtliche Geruchs-Werte im grünen Bereich. Eine leichte Überschreitung von 15 Prozent wird lediglich für den östlichen Bereich der neu zu bauenden Kompostieranlage prognostiziert. Dort werden in einem Bereich von 20 bis 40 Metern Grenzwerte  leicht überschritten. Eine Bebauung oder gar Wohnhäuser gibt es dort aber nicht.

Den Gestank von Freienhufen fern zu halten, dafür hat sich der Abfallentsorgungsverband einiges einfallen lassen. Zum einen wird eine geschlossene Anlage mit vier  Rottetunneln gebaut. Außen gelagert wird künftig nur der fertige Kompost - und der ist geruchsneutral. Um möglichst weit von den Wohnhäusern in der Bergmannstraße wegzurücken, hat der Abfallverband im Flächentausch von der LMBV eine nördlich gelegene Fläche erworben. „Unser Kompostierlager ist somit am weitesten von der Wohnbebauung entfernt und in den Kern des Industriegebietes gerückt“, unterstreicht Dr. Dutschmann.

Die Genehmigungsunterlagen für das Bioabfall-Zentrum sind inzwischen beim Landesamt für Umwelt in Cottbus eingereicht. Wenn alles gut läuft, wenn Großräschen im Beteiligungsverfahren, eine positive Stellungnahme zum Projekt abgibt, dann soll spätestens im August Baustart sein. Selbiger setzt  freilich voraus, dass Großräschen einer Ausnahme von der über das Bebauungsgebiet verhängten Veränderungssperre zustimmt. Es bleibt also spannend an Freienhufens Müllfront.