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| 19:22 Uhr

Großräschen trauert
Bewegender Abschied von Madina

Für Madina hat am Freitag ein Trauergottesdienst in Großräschen stattgefunden.
Für Madina hat am Freitag ein Trauergottesdienst in Großräschen stattgefunden. FOTO: LR / Jan Augustin
Großräschen. Gottesdienst in Großräschen für das nach einem Badeunglück verstorbene Mädchen.

Etwa 50 Menschen haben in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Großräschen am Freitagabend Abschied von der nach einem Unglück im Freibad verstorbenen Madina (6) genommen. Die Anteilnahme war groß und bewegend. Instrumentalmusiker aus Neuseeland begleiteten die Trauerfeier. Organisiert wurde der Gottesdienst von der Großräschenerin Christiane Baberowski. „Ich habe gespürt, dass der Bedarf da ist, der Trauer Ausdruck zu geben“, sagt sie. Bei Kindern, die mit im Bad waren und bei Erziehern habe sie eine große Betroffenheit erlebt. Spenden für die Asylbewerberfamilie aus Afghanistan nimmt die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin entgegen. So wünschen sich die Eltern einen Grabstein für ihr Kind, das auf einem muslimischen Friedhof in Berlin beerdigt wurde.

Das aus Afghanistan stammende Mädchen war am Kindertag vor zwei Wochen leblos im Nichtschwimmerbecken des Freibades entdeckt worden. Nach einer Reanimation verstarb es am Abend im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus. Mehr als 700 Gäste sollen im Bad gewesen sein, davon etwa 500 Kinder, viele Eltern, Erzieher, ehrenamtliche Helfer und vier hauptamtliche Rettungsschwimmer. Die Kapazität des Bades liegt bei 2500 Gästen. Seit zwei Jahren hängt die Badeordnung in acht Sprachen aus, unter anderem auch in Farsi und Hocharabisch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft schließt einen bislang verborgenen Herzfehler nicht aus. Ein Einwirken Dritter wird indes ausgeschlossen. Die Untersuchungen dauern noch an.

(jag)