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Zwerg-Wyandotten
Bewährtes Waschmittel für das Federkleid

Heinz Förster aus Schwarzheide mit einem preisgekrönten Zwerg-Wyandotten-Huhn, das natürlich in Linda neutral gebadet hat.
Heinz Förster aus Schwarzheide mit einem preisgekrönten Zwerg-Wyandotten-Huhn, das natürlich in Linda neutral gebadet hat. FOTO: Steffen Rasche/str1
Schwarzheide. Der Brandenburg-Meister Heinz Förster (79) aus Schwarzheide stiehlt mit seinen Zwerg-Wyandotten weiß vielen Züchtern regelmäßig die Schau. Jetzt lüftet er ein Geheimnis: "Linda neutral" bringt auch die Juroren zum Strahlen. Kathleen Weser

Als Meister der Geflügelzucht in Brandenburg ist Heinz Förster (79) ein Aushängeschild des Kleintierzüchtervereins 1914 Schwarzheide. "Als Schuljunge habe ich 1949 angefangen, mich mit der Geflügelzucht zu beschäftigen", erzählt er. In den 70er-Jahren ist Heinz Förster dann auf das schneeweiße Huhn gekommen: "Das ruhige Wesen und die Zutraulichkeit der Zwerg-Wyandotten gefallen mir besonders", erzählt der Züchter. Die feine Figur und eine gute Legeleistung sind ebenfalls charakteristisch für die Rasse, die eine ungemein reichhaltige Palette an Farben und Zeichnungen aufweist. Der Flaum-Anteil des Gefieders ist hoch. Das macht diese Hühner auch weitgehend unempfindlich gegen raues Wetter.

Heinz Förster züchtet das weiße Haushuhn begeistert. Und er hat die Tiere auch vor dieser Ausstellung in Schwarzheide und damit auf heimischem Terrain einer Vollwäsche im Badetrog unterzogen. "Sie werden mit Linda neutral gewaschen und zweimal abgespült", lässt sich der Züchter eines seiner Erfolgsrezepte entlocken. Vom bewährten Waschmittel hat er noch stille Reserven aus DDR-Zeiten, sagt er lachend. "Die Wäsche lassen sie sich gern gefallen. Aber die Hähne baden lieber als die Hennen", klärt er auf. Die Läufe und der Schnabel der Tiere werden mit Öl eingerieben. Das pflegt und schaut gut aus. Zur Zucht des Formhuhnes aber gehört natürlich weit mehr. Kopfpunkte und Gefieder werden fachmännisch betrachtet. Die ausgeprägte Breite des Körpers soll über den gesamten Rücken hinweg vorhanden sein und in eine volle Schwanzpartie übergehen. Das Markenzeichen der Siegertiere aber ist das schneeweiße, akkurat gewachsene Federkleid.

Horst Härtel (81) aus Schwarzheide hat ein ausgezeichnetes Huhn der Rasse Italiener im Rennen. Das Zeugnis der Juroren ist sehr gut - wird aber außerhalb der Konkurrenz um die Preise des Kreisverbandes der Geflügelzüchter ausgestellt. Denn der 81-Jährige ist hier nicht gelistet. Dafür ist Horst Härtel auch bei den Kaninchen ein Garant für einen Platz an der Wertungsspitze.

Seine Italiener in der Hühnersparte sind sehr lebhaft und temperamentvoll. Beim Füttern achtet der Senior auf eine ausgewogene Ernährung in Maßen. Denn Italienerhühner neigen schnell zur Gewichtszunahme in Form von Fett. Darunter leiden Tiergesundheit und Legeleistung. Also gibt Horst Härtel den Diät-Plan streng vor.

Das hält er auch bei den Kaninchen so. Sein Blauer Rex mit dem samtigen dunkelgrauen Fell und den langen Ohrlöffeln ist eine Augenweide. "Die Möhren baue ich im Garten selbst an. Sie werden nur aus der Erde gezogen, vom Sand befreit und durchgeschnitten", erklärt er. Von industriell gewaschenem Gemüse für die Tiere hält er nichts. Keime und Pilze hafteten so schnell an, das könne nicht wirklich gesund sein. Die Sorge um Tierkrankheiten, die viele Zuchtfreunde gerade in diesem Jahr wieder hart getroffen haben, teilt er. "Ich hatte bisher aber Glück", stellt Horst Härtel fest.

Sabine Theophil, die seit 25 Jahren im Verein für die Kaninchenzüchter zuständig ist, zeigt sich zufrieden mit der Schau. Ausgesprochen schöne Tiere sind zu sehen. Und an Neugierigen mangelt es am Wochenende nicht auf dem Vereinsgelände in Schwarzheide. Vereinschef Holger Gräbitz (70), fachlich auch verantwortlich für die Geflügelsparte, zeigt ebenso sichtlich stolz die Sonderschau der Zwerg-Paduaner. Die beeindruckenden Hauben-Hühner stammen vom immer preisverdächtigen Hof von Karsten Bennewitz. 64 Tiere in sieben Farbschlägen sind ebenso Hingucker wie die Sachsenenten und forellenfarbenen Laufenten, auch Flaschenenten genannt. "Wir haben ein sehr schönes Hobby", sagt Holger Gräbitz. Mit Bedauern stellt er aber sogleich auch fest: "Nachwuchs täte unserem Verein gut. Wir betagten Züchter geben unser Wissen gern weiter."

Der Blaue Rex von Horst Härtel ist eine Augenweide, bestätigt auch Sabine Theophil.
Der Blaue Rex von Horst Härtel ist eine Augenweide, bestätigt auch Sabine Theophil. FOTO: Steffen Rasche/str1