Von Torsten Richter-Zippack

In den kommenden Tagen wird ein Schwerlasttransport durch das Lausitzer Seenland rollen. Er bringt das Sanierungsschiff „Klara“ zum Großräschener See. Im Restloch des Tagebaus Meuro soll das Wasserfahrzeug voraussichtlich 1075 Tonnen Kalk ausbringen, kündigt Uwe Steinhuber von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) an.

Die LMBV ist für die Bewirtschaftung der Tagebauseen zuständig. Die „Klara“ wird vom erst vor wenigen Tagen eingeweihten Hafen der IBA-Stadt ihren Dienst versehen. Bislang war das Schiff auf dem Partwitzer See im Einsatz, im vergangenen Winter auch auf dem Senftenberger See. Die Indienststellung erfolgte bereits im Spätsommer 2016.

Ziel sei es, die Wasserqualität im Großräschener See dauerhaft zu sichern. Derzeit beläuft sich der pH-Wert des Wassers mit 7,1 im neutralen Bereich. Ohne entsprechende Behandlung wäre das Gewässer sehr sauer und damit lebensfeindlich. Nach Angaben des Großräschener Bürgermeisters Thomas Zenker (SPD) leben im Großräschener See inzwischen bereits Fische.

Schon im vergangenen Jahr wurde das Gewässer bekalkt. Damals kam aber ein kleineres Schiff zum Einsatz. Erfahrungsgemäß erfolgen die Bekalkungen im Frühjahr und im Herbst, da dann im Wasser von Natur aus die größten Umwälzungen stattfinden. Das bedeutet, der Kalk wird auch in tiefere Wasserschichten befördert.

Die Konditionierung wird indes auf Basis der erhobenen Monitoringergebnisse festgelegt. „Ab wann dieser von Menschenhand geschaffene Bergbaufolgesee nicht mehr versauern wird, ist derzeit noch nicht ganz genau mit dem heutigen Datenstand zu bestimmen“, erklärt Uwe Steinhuber. Allerdings könne die LMBV sicherstellen, dass es zu keiner anhaltenden oder vorübergehenden Versauerung des Gewässerkörpers kommt.

Der Großräschener See umfasst eine Fläche von 820 Hektar. Sein Wasservolumen beläuft sich auf 135 Millionen Kubikmeter.