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Rekultivierung
Sanierer sprengen Boden sicher

Weiter geht's nicht. Ufer und Radweg am Bischdorfer See, einstmals Tagebau Seese-Ost, sind gesperrt. In weniger als zehn Jahren soll die Sperrung aufgehoben sein.
Weiter geht's nicht. Ufer und Radweg am Bischdorfer See, einstmals Tagebau Seese-Ost, sind gesperrt. In weniger als zehn Jahren soll die Sperrung aufgehoben sein. FOTO: Kuschy
Senftenberg. Mit einer neuen Technologie wird die rutschungsgefährdete Lausitzer Erde verdichtet. Jan Augustin

Mit einem neuartigen leichten Bohrgerät auf Raupenfahrwerk rücken die Bergbausanierer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) jetzt dem unsicheren Kippenboden in der Lausitz zu Leibe. Mit dem Verfahren der schonenden Sprengverdichtung sollen im Bereich des Tagebaus Seese-Ost schrittweise fünf Teilfelder mit einer Gesamtfläche von 19 Hektar geotechnisch gesichert werden. Darüber informiert Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba. Demnach müssen für diese Technologie 350 Sprengbohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 8,5 Kilometern bis zu 34 Meter tief eingebracht werden. Die Gruppensprengungen mit zehn bis 15 Kilogramm Sprengstoff je Bohrloch verlangen einen Bohrvorlauf von bis zu zehn abzuteufenden Sprengbohrlöchern pro Tag, erläutert Kolba.

Wegen der Rutschungsgefahr auf Tagebauinnenkippen sind in der Lausitz aktuell 20 900 Hek­tar Land gesperrt. Das entspricht gut 20 000 Fußballfeldern. In Brandenburg heißt es auf 13 900 Hektar „Betreten verboten“, in Sachsen auf 7000. Die LMBV hatte nach mehreren Geländeeinbrüchen ab 2009 wieder mehr Flächen gesperrt, insbesondere auf den ehemaligen Tagebaugebieten Schlabendorf-Nord und -Süd sowie Seese-West. Im Rahmen des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung von 2018 bis 2022 erwartet die LMBV eine Freigabe in diesem Zeitraum von jährlich rund 500 Hektar. Eine großflächige Aufhebung von Sperrbereichen sei nach komplexen Sanierungsmaßnahmen ab 2022 geplant.