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Bürgermeister gesucht
Beide Gewinner bleiben siegessicher

Bürgermeisterwahl Lauchhammer
Bürgermeisterwahl Lauchhammer FOTO: Stadt Lauchhammer/ Elisabeth Wrobel / LR
Lauchhammer. Kampf ums Bürgermeisteramt in Lauchhammer: Roland Pohlenz und Mirko Buhr wollen die Stichwahl am 21. Januar gewinnen. Von Jan Augustin

Am Ende wurde es noch einmal richtig eng. Mit jedem Wahllokal, das am Sonntagabend mehr ausgezählt worden ist, stiegen die Prozentpunkte und damit Chancen von Amtsinhaber Roland Pohlenz (parteilos), den Sieg in der ersten Runde einzufahren. Doch bei 47,87 Prozent war Schluss. Dem amtierenden parteilosen Bürgermeister von Lauchhammer fehlten etwas mehr als zwei Prozent, um den Gang in die Stichwahl am 21. Januar zu vermeiden. An diesem Tag trifft Roland Pohlenz das nächste Mal auf seinen ärgsten Herausforderer Mirko Buhr, der bei seiner ersten Wahl beachtliche 33,8 Prozent erreichte.

Das Ergebnis war von vielen Lauchhammeranern vorausgesagt worden, zumindest die Tendenz. „Es ist genauso gekommen, wie ich es erwartet habe“, sagt selbst Roland Pohlenz. Na klar, gibt der 63-Jährige einen Tag nach der spannenden Wahl offen zu, hätte er sich gefreut, wenn es doch noch geklappt hätte. Doch dieser Anspruch sei bei fünf Bewerbern schon rein rechnerisch ein hoher gewesen. „Das gehört zur Demokratie dazu“, erklärt er. In Panik verfällt er deswegen nicht. Im Gegenteil. „Es ist ein deutliches Ergebnis.“ Die Wählerschaft habe ihm ein klares Signal gegeben - ihm Vertrauen geschenkt, für die nächsten acht Jahre im Amt zu bleiben. „Wichtig ist für mich, dass die Bürger jetzt nicht resignieren und noch einmal wählen gehen“, hofft Pohlenz.

Darauf aber setzt auch Mirko Buhr, der zweite Gewinner. Er sei zufrieden, immerhin hat er mehr als ein Drittel überzeugen können. „Das Wahlergebnis hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Wähler mit der jetzigen Führung unzufrieden ist“, deutet er. „Ich trete an“, versichert er am Montag. Der Wahlleitung hat er das schon mitgeteilt. Der 39-jährige Marktkaufleiter will jetzt vor allem die Nichtwähler mobilisieren - über Facebook, Werbevideos und Wahlplakate. „Natürlich muss man jetzt noch einmal ranklotzen“, gibt sich der in Großräschen wohnende Mirko Buhr kämpferisch. Die Werbestrategie will er dabei noch „verfeinern“. „Ich setzte noch einen drauf“, erklärt er ohne zu verraten, was er dabei konkret meint. Überzeugen will er nun auch die Wähler der unterlegenen Kandidaten.

Ob das gelingt, ist offen. Christian Lisk, der als Drittplatzierter 10,4 Prozent der Stimmen holte, kündigt Gespräche mit den beiden Kandidaten an, um dann zu entscheiden, wen er unterstützt. Die Wähler haben am Sonntag eine Vorentscheidung getroffen, sagt er. „Dass ich in der Stichwahl außen vor bin, ist jedoch kein Hindernis dahingehend, mich weiter für meine Heimatstadt einzusetzen. Insofern herrscht bei mir keine Trauer“, teilt der Vorsitzende der Stadtratsfraktion Spektrum mit.

Aus dem Wahlrennen ist auch Thomas Gürtler (4,1 Prozent). „Leider hat das Stimmenergebnis nicht gereicht“, teilt er mit. Seine Arbeit im Kreistag und im Stadtrat, in denen er für die NPD sitzt, werde aber unvermindert weitergehen. „Die Qual der Wahl zu treffen, wird sicher keine leichte Entscheidung. Aber auch hier muss richtungsweisend entschieden werden“, sagt er mit Blick auf die Stichwahl.

Mit 3,9 Prozent am wenigsten Wähler überzeugen konnte Christian Janke. „Ich habe mit einem anderen Ergebnis und mehr Prozentpunkten gerechnet“, teilt er enttäuscht mit. Zwiegespalten sei er vor der Entscheidung am 21. Januar. Einerseits hatte er auf einen Generationenwechsel gehofft. „Auf der anderen Seite möchte ich einen Bürgermeister, der in Lauchhammer lebt und in Lauchhammer gewachsen ist.“

So wie Roland Pohlenz eben. Der amtierende Bürgermeister setzt auf Kontinuität, will als erster Bürgermeister nach 1990 eine zweite Amtszeit überstehen und den eingespielten Weg weitergehen. Mirko Buhr indes will frischen Wind in die Stadt bringen. „Lauchhammer kann mehr als jetzt“, sagt er.

Der amtierende Bürgermeister Roland Pohlenz setzt auf Kontinuität.
Der amtierende Bürgermeister Roland Pohlenz setzt auf Kontinuität. FOTO: Roland Pohlenz
Herausforderer Mirko Buhr will frischen Wind in die Stadt bringen.
Herausforderer Mirko Buhr will frischen Wind in die Stadt bringen. FOTO: Mirko Buhr