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Bei Vogelgrippe wird zügig kontrolliert

Auch Ausstellungen mit Tieren werden von den Amtsveterinären streng überwacht. Wegen der Vogelgrippe durften am Wochenende in Tettau nur Tauben ausgestellt werden. Rassegeflügel war verboten worden.
Auch Ausstellungen mit Tieren werden von den Amtsveterinären streng überwacht. Wegen der Vogelgrippe durften am Wochenende in Tettau nur Tauben ausgestellt werden. Rassegeflügel war verboten worden. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Lauchhammer. Federvieh wird nicht korrekt gehalten? Das Veterinäramt des Landkreises lässt mit Blick auf die Vogelgrippe nach einer Anzeige keine Zeit verstreichen und begutachtet die Bedingungen. So wie in einem Fall in Lauchhammer. Manfred Feller

In der Käthe-Kollwitz-Straße in Lauchhammer-West ist der Nachbarschaftsfrieden gestört. Auf einem Grundstück leben viele Hühner und mehrere Hähne in einem Maschendrahtgehege mit kleinem Unterschlupf, aber ohne Stall, wird behauptet. Gekräht werde Tag und Nacht - seit etwa zwei Jahren.

Dies sei der blanke Terror. Das angefragte Ordnungsamt bittet darum, mit der betreffenden Familie zu reden. Doch diese möchte nicht. Während sich die einen Nachbarn die permanente Ruhestörung nicht gefallen lassen, dulden andere dies. Neuerdings jaule auch noch ein Hund Tag und Nacht.

Fast zeitgleich zur RUNDSCHAU-Nachfrage nach einer Leserbeschwerde geht beim Veterinäramt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz eine Anzeige zur dortigen Hühnerhaltung ein. Angesichts der aktuell strengen Auflagen hinsichtlich der Vogelgrippe hat der amtliche Tierarzt für Tierschutzfragen nur zwei Tage später das betreffende Grundstück aufgesucht, versichert Jörg Wachtel, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung.

Es sei jedoch keine Person angetroffen worden. Es wurde ein schriftlicher Hinweis zur Kontaktaufnahme hinterlassen. Die Hühnerhaltung konnte dennoch in Augenschein genommen werden. Das Ergebnis fasst Jörg Wachtel sehr allgemein: "Unser Amt bleibt hinsichtlich der Begutachtung der Haltung am Ball. Falls etwas nicht in Ordnung ist, nehmen wir Einfluss."

Die Behörde sei für jeden Hinweis dankbar. Hühner, Gänse und anderes Federvieh dürfe derzeit im gesamten Landkreis nicht im Freiland gehalten werden. Wegen der Vogelgrippe seien ein Stall oder ein eingegrenzter Raum im Freien notwendig, aus dem die Tiere nicht entweichen könnten. Nach oben hin müsse die Behausung überstehend geschlossen sein. "Die Seiten können, müssen aber nicht zugehängt werden", so Jörg Wachtel. Wildvögel dürfen nicht eindringen. Doch genau dagegen werde nach wie vor verstoßen, heißt es aus der unmittelbaren Nachbarschaft in Lauchhammer-West. Zu beobachten sei dies während der Fütterung.

Die Aufstallpflicht gilt seit dem 14. November und noch auf unbestimmte Zeit, informiert der Amtsleiter. Vor zwei Jahren galt das Gebot von November bis zum 15. Januar.

Sorgen bereitet der kreislichen Behörde, dass nicht jeder Geflügelhalter seiner Pflicht nachkommt und seine Tiere meldet. Dies gelte ab einem Huhn, Hahn, einer Ente, Gans und anderem Federvieh. "Die An- und Abmeldung erfolgt nicht immer mit der notwendigen Ernsthaftigkeit", mahnt Jörg Wachtel angesichts der Vogelgrippe. "Unserer staatlichen Bekämpfungspflicht können wir nur nachkommen, wenn wir wissen, wo sich was befindet." Dies betreffe auch andere Tiere.

Im Landkreis sind Huhn und Ente keineswegs selten geworden. Zwischen Ragow im Norden und Großkmehlen im Süden sind derzeit 369 111 Stück Geflügel bekannt. Durchschnittlich kommen damit auf jeden Einwohner etwas mehr als drei dieser Tiere. Davon sind rund 360 000 Hühner, 14 000 Tauben, 9000 Puten, 4000 Enten und 2000 Gänse.

Der Außendienst des Veterinäramtes ist fast täglich zu Kontrollen unterwegs. Oft auch nach erhaltenen Hinweisen. Nicht selten wird dabei die Haltungsform beanstandet, bestätigt Jörg Wachtel. Dann haben die Tiere zu wenig Platz oder werden vernachlässigt.

Selbst die Schlachtung laufe nicht immer tierschutzrechtlich ab. Das Tier muss zuerst betäubt und dann fachgerecht getötet werden, erklärt er.

Zum Thema:
Die Aufgaben des Amtes sind vielfältig. Die Bandbreite beginnt bei der Tierseuchenbekämpfung und wird beim Tierschutz fortgesetzt. Hierbei kann jeder kleine und große Halter kontrolliert werden. Weitere Schwerpunkte sind die Veterinärmedizin (Tierarzneiüberwachung), die Futter- und die Lebensmittelüberwachung, einschließlich der Fleischhygiene und der Wildbrethygiene, die Kontrolle von Tiertransporten bis hin zu Fleischern, Bäckern, Imbissständen und Gaststätten. Für Labortests werden nichttierische Waren in Einkaufsmärkten erworben.