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| 02:52 Uhr

Bei harter Musik zeigt sich in Sedlitz ein weicher Kern

Spendenübergabe 2013. Dr. Elisabeth Holfeld, Oberärztin der Kinderkrebsstation, nimmt dankbar die Spenden der "harten Jungs" Martin Schmidt und Christian Schroschk (v.l.) entgegen.
Spendenübergabe 2013. Dr. Elisabeth Holfeld, Oberärztin der Kinderkrebsstation, nimmt dankbar die Spenden der "harten Jungs" Martin Schmidt und Christian Schroschk (v.l.) entgegen. FOTO: Jugendklub Sedlitz
Sedlitz. Nach einem Jahr Pause hat der Sedlitzer Jugendklub wieder mit den Vorbereitungen für ein Hardcore-Konzert im Sedlitzer Lindengarten begonnen. "Mosh gegen Krebs" heißt das Benefizkonzert zugunsten der Kinderkrebsstation im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus.

"Dustin hat es leider nicht geschafft", sagt Christian Schroschk (32) traurig. Das Baby, das mit einem Tumor auf die Welt gekommen und dem schon die linke Hand amputiert worden war, hat nicht überlebt. "Um so mehr wissen wir, dass wir richtig entschieden haben. Es hat uns bestärkt weiterzumachen." Die Mitglieder des Sedlitzer Jugendklubs hatten den Erlös ihres Konzerts im Jahr 2013 der Kinderkrebsstation, der K 4, am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum gespendet. Die 1794 Euro ermöglichten der Mutter des Kindes den Aufenthalt im Ronald Mc Donald Haus Cottbus, der entsprechend dessen Satzung kostenpflichtig ist. So haben die Sedlitzer mitgeholfen, dass die Mutter bei ihrem Kind sein konnte. Dass es so eine kurze letzte Lebenszeit sein sollte, ahnten die Sedlitzer damals nicht. "Es zeigt uns, wie wichtig es ist, Spenden zu sammeln für die kranken Kinder." So war für ihn und seinen Mitstreiter Martin Schmidt klar: Auch die vierte Veranstaltung soll wieder Geld für die Kinderkrebsstation in Cottbus einspielen.

Bands ohne Gage

Für den 23. Mai wird deshalb der Lindengarten in Sedlitz wieder zum Konzertgarten. 15 Bands haben zugesagt, weiß Martin Schmidt (26), der für die Koordinierung der Bands verantwortlich ist. Sie kommen aus Berlin, Cottbus, Dresden, Neubrandenburg, Lauchhammer, Finsterwalde, Königswartha und Großkoschen. "Sie spielen fürs Spritgeld", berichtet Martin Schmidt, auf Gage verzichten sie zugunsten eines möglichst hohen Erlöses. Dabei ist es für den jungen Mann immer wieder faszinierend, wie groß die Nachfrage der Bands ist, auf dem Benefizkonzert spielen zu dürfen. "Ich hätte noch viel mehr verpflichten können. Wir müssen auswählen." Das Organisatorische bewältigt Martin Schmidt, der als Montagearbeiter tätig ist, sozusagen in etlichen Nachtstunden von unterwegs.

Christian Schroschk hält dagegen die Stellung in den heimatlichen Gefilden. Hier bereitet er gemäß seiner Profession die Werbung für die Veranstaltung vor, erledigt die obligatorischen Behördengänge und bemüht sich um Sponsoren. "Das wird aber leider immer schwerer", berichtet er. Es sei wohl noch immer so, dass die laute Musik abseits des Mainstreams manchen Zuhörer und mitunter auch potenziellen Spender verschreckt. Dabei habe sich der Jugendklub im Dorf selbst durchaus Rückhalt für sein Anliegen erarbeitet. Vereine, Einrichtungen und Gewerbetreibende unterstützen die jungen Leute. Immerhin muss neben dem Spritgeld auch für Versorgung und Schlafplätze gesorgt werden.

Unterstützer gefragt

"Das klappt alles", ist sich Christian Schroschk sicher. Er geht derzeit Klinken putzen in der Region, um noch ein paar Geldgeber zu finden. "Es wäre schon schön, wenn wir unser Spendenergebnis noch steigern könnten", hofft er. Die ersten 505 Euro hatten sie 2010 bei einem Benefiz-Hockeyturnier lockergemacht, 2012 bei Mosh I waren es schon 1340 Euro und bei Mosh II bereits 1784 Euro.

Zum Thema:
"Mosh gegen Krebs" - das dritte Benefizkonzert (und die vierte Benefizveranstaltung) findet am 23. Mai im LindengartenSedlitz statt. Zu hören ist Musik der Hardcore-, Punk- Metal-Szene. Die ist laut, setzt auf viel Emotionalität, die sich auch in der Art des Gesanges äußert - der nichts für Freunde melodiösen Wohlklangs ist. Doch in den harten Tönen steckt auch eine zarte Seele. Der Aufbau beginnt am Konzerttag um 10 Uhr, Einlass ist ab 12.30 Uhr - und Konzertbeginn um 13.30 Uhr. Nähere Informationen zu den Bands und organisatorischen Fragen bietet der Facebook-Eintrag von Mosh gegen Krebs.