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| 02:52 Uhr

Bei den Kostebrauern liegen die Nerven blank

Zum Beitrag "Kippen-Landstraße wird auch Nerven kosten" (RUNDSCHAU vom 13. November) schreibt Norbert Löhnert aus Kostebrau: Ich bin der Meinung, dass das so nicht geht.

Die jetzige L 60 zwischen Kostebrau und Lauchhammer wurde während des 2. Weltkrieges errichtet. Seinerzeit war bereits bekannt, dass eine Verdichtung der Kippe unter den Verkehrstrassen zwingend notwendig ist. Auch ich habe das so an der Bergakademie Freiberg in den 70er-Jahren gehört. An Technik kam damals vom Bergbau unter anderem ein Bagger

mit Fallgewicht zur Bodenverdichtung für die gesamte Trasse der Straße und der Bahnstrecke Lauchhammer - Kostebrau über die Friedlaender Brückenkippe zum Einsatz. Erdbewegungen erledigten damals Kriegsgefangene. Ihr Barackenlager befand sich direkt an der jetzigen L 60

am Abzweig nach Lichterfeld. Seinerzeit war das die modernste Asphaltstraße im Raum Lauchhammer mit zwei Fahrradwegen und beiderseits mit Betonentwässerungsrinnen, die heute noch teilweise vorhanden sind für die Oberflächenwasserableitung auf die Kippenfläche.

Sollte diese Verdichtungsmethode etwa nicht ausreichen? Wann haben Messungen das ergeben?

Wie viele Monate wird die L 60 zwischen Kostebrau und Lauchhammer gesperrt? Reichen nicht zwei zusätzliche Verdichtungsbarrieren oder Rütteldämme

beiderseits der Trasse? Dann brauchte die Straße nur eine neue Deckschicht zu erhalten. Alle Medien können in der Trasse verbleiben. (…)

Am härtesten treffen die Bauarbeiten den Ort Kostebrau. Wenn die Straßenverbindung zur Verwaltung in Lauchhammer über Monate unterbrochen wird, soll dann etwa die Verwaltung Kostebraus von Schipkau erfolgen? Behördenbesuch, Unterricht, Kindertagesstätte, die medizinische Versorgung bis zum Notarzt, der Gang zur Sparkasse, der Einkauf - die Sorgen und Nöte der Kostebrauer sind

berechtigt. Seit dem Bestehen des Tagebaubetriebes um Kostebrau, mindestens seit 1937, gibt es ständig Straßenverlegungen und -unterbrechungen. Sollen die Kostebrauer diese unzumutbare Belastung über einen Zeitraum von 2014 bis 2017 hinnehmen? (Der Bauzeitraum ist für das gesamte Straßensystem von Lichterfeld nach Schipkau vorgesehen - d.R.). Wer soll die immensen Mehraufwendungen der Kostebrauer in diesem Zeitraum bezahlen? Darüber hinaus glaubt in Kostebrau niemand, dass die Bauarbeiten in diesem Zeitraum fertig sein werden.

(…) Warum wurde von den geschotterten Abraumbahntrassen der Schotter abgetragen? (…) Es war doch bekannt, dass eine kurze Baustellenumfahrung erforderlich wird. Die Abraumbahntrasse wäre eine geeignete kurze Baustellenumfahrung gewesen. Es gibt also eine Vielzahl von Problemen über eine Maßnahme, über die die Bürger, die es am härtesten betrifft, aus der

Zeitung erfahren. (…)

Das gesamte Bauprojekt muss noch einmal kritisch im Interesse des Geldgebers, dem Steuerzahler, überarbeitet werden (…).