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| 17:30 Uhr

Es stinkt zu stark
Behörde will Biehlener Agrarbetrieb stilllegen

Die Agrargenossenschaft „Elsterland“ in Biehlen nutzt ein Melasse-Gemisch als Dünger für ihre Felder. Bei einem Vor-Ort-Termin Ende Mai haben sich Behördenvertreter selbst ein Bild gemacht.
Die Agrargenossenschaft „Elsterland“ in Biehlen nutzt ein Melasse-Gemisch als Dünger für ihre Felder. Bei einem Vor-Ort-Termin Ende Mai haben sich Behördenvertreter selbst ein Bild gemacht. FOTO: LR / Jan Augustin
Biehlen. Nach den Geruchs-Attacken hat das Landesumweltamt jetzt eine Stilllegungsverfügung für diese Woche angekündigt. Von Jan Augustin

Die Proteste der Gemeinde Biehlen zeigen Wirkung: Nach der jüngsten Geruchsbelästigung im Dorf macht das Brandenburger Landesumweltamt (LfU) nun ernst: Noch in dieser Woche wird die Behörde eine Stilllegungsverfügung für den Betrieb erlassen. Das bestätigt LfU-Sprecher Thomas Frey. Das Molkereiprodukt, das auf der ehemaligen Milchviehanlage in Gruben gelagert wird, gilt bis zur Ausbringung auf dem Feld als nicht gefährlicher Abfall, erläutert er. Bei Kontrollen des LfU sei festgestellt worden, dass die auf dem Betriebsgelände gelagerten Mengen 100 Tonnen überschreiten und damit genehmigungsbedürftig seien. Eine Genehmigung hierfür liege aber nicht vor. „Durch die offene Lagerung des Molkereiproduktes und dessen Einbringung in die ehemaligen Güllebehälter entstehen Gerüche, die mehrfach bei mehreren Anwohnern in Biehlen Unwohlsein auslösten“, erläutert Thomas Frey. Der Geruch wurde wiederholt als „Brechreiz auslösend“ beschrieben. Das LfU werte diese Geruchsemission als schädliche Umwelteinwirkung. Thomas Frey: „Deshalb werden auch die offene Lagerung des Molkereiproduktes und das Einbringen in offene Behälter untersagt.“

Grundsätzlich ist das Düngen mit Molke, beziehungsweise mit dem Nebenprodukt Melasse, nach der Düngemittelverordnung erlaubt. Molke kann separat oder im Gemisch mit Gülle ausgebracht werden. Eingesetzt wird die geruchsintensive Flüssigkeit in der konventionellen Landwirtschaft, aber auch im ökologischen Landbau. Der Betreiber muss das Gemisch aber entweder gasdicht lagern oder er bringt es unmittelbar nach Abnahme auf den Flächen aus und arbeitet es ein.

Bekannt geworden war zuletzt auch, dass die Anlage der Agrargenossenschaft „Elsterland“ in Biehlen für mehrere Behälter, Silos und Gebäude keine gültige Baugenehmigung mehr besitzt. Die Bauaufsichtsbehörde des Oberspreewald-Lausitz-Kreises hat den Betrieb deshalb aufgefordert, bis zum 15. November einen erneuten Bauantrag zu stellen. Zudem hat die kreisliche Wasserbehörde Proben im Umfeld genommen. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor, erklärt Kreissprecherin Marlen Weser.