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| 18:06 Uhr

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch
Behörde schaltet Schweinepest-Hotline frei

Die Afrikanische Schweinepest ist weiter auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland. Damit ein möglicherweise infiziertes Tier umgehend untersucht werden kann, hat der Landkreis OSL jetzt eine Hotline eingerichtet.
Die Afrikanische Schweinepest ist weiter auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland. Damit ein möglicherweise infiziertes Tier umgehend untersucht werden kann, hat der Landkreis OSL jetzt eine Hotline eingerichtet. FOTO: Landkreis OSL
Senftenberg. Die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest ist weiter hoch. Jetzt hat der Landkreis eine Hotline eingerichtet. Von Jan Augustin

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weiter auf dem Vormarsch. Obwohl in Deutschland bislang kein Seuchenfall aufgetreten ist, kann es aufgrund der rasanten Verbreitung jederzeit zum Ausbruch kommen. Das hat Sarah Werner, Sprecherin des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, am Freitag mitgeteilt. Angesichts des akuten Seuchenverlaufes aus Richtung Osteuropa sei die Jägerschaft aufgefordert, ein Auftreten von Totfunden bei Schwarzwild der Veterinärbehörde zu melden und geeignete Proben amtlich abklären zu lassen. „Aber auch Bürger werden gebeten, die Augen offen zu halten“, so Werner.

Um künftig noch schneller handeln zu können, hat der Landkreis jetzt eine ASP-Hotline eingerichtet. Wer im Wald ein totes Wildschwein findet, hat die Möglichkeit, täglich, sieben Tage pro Woche, von 7 bis 22 Uhr unter der Rufnummer 03573 8704400 das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Kreisverwaltung in Senftenberg zu kontaktieren und mit den fachkundigen Tierärzten umgehend das weitere Vorgehen zu besprechen.

Als geeignete Maßnahme, um den hohen Schwarzwildbestand und somit auch das Risiko für eine mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu reduzieren, hat der OSL-Kreistag in seiner Märzsitzung eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro je erlegtem Wildschwein beschlossen. Dieses Angebot wird von der Jägerschaft gut genutzt, teilt Sarah Werner mit. Für jedes Schwarzwild, das über die Jagdstrecke von 3900 Tieren pro Jagdjahr hinaus geschossen wird, erhält ein Jäger vom Land eine Abschussprämie in Höhe von 50 Euro je Tier. „Zusätzlich kann Jagdberechtigten eine Aufwandsentschädigung für das Bereitstellen von Proben von Unfallwild oder Totfunden ausgezahlt werden“, erläutert Sarah Werner. Auch hier hat der Landkreis eine eigene Prämie in Höhe von 30 Euro auf den Weg gebracht.

Amtstierarzt Jörg Wachtel ist mit der bisherigen Resonanz zufrieden: „Die neue Aufwandsentschädigung wird seit dem Beginn des aktuellen Jagdjahres zum 1. April gut angenommen. Wir haben einen deutlichen Anstieg an eingereichten Schwarzwild-Proben zu verzeichnen, die in unserem Labor zusätzlich auch auf Trichinen und den Duncker’schen Muskelegel untersucht werden.“

Erst kürzlich sind im Kellerbereich des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes in Senftenberg umfangreiche Bauarbeiten abgeschlossen worden. Dabei wurde auch das Labor vergrößert und somit auf die stets wachsenden Anforderungen im Bereich der Fleischuntersuchungen reagiert.