| 02:43 Uhr

Bedarf an Wohnraum für betagte Bürger in Calau steigt

Calau. Die Wohn- und Baugesellschaft (WBC) Calau und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) investieren eine halbe Million Euro in ein Wohnprojekt "Life". Der Service für betagte Bürger im Schusterjungenviertel soll erhöht werden. Hannelore Kuschy

"Meine Beine wollen nicht mehr so richtig die Treppen hinauf", klagt Klaus Bärbock aus Calau. Auch seine Frau Marianne braucht Unterstützung. Beide sind mit dem Haus und 1000 Quadratmetern Grundstücksfläche überfordert. Marianne und Klaus Bärbock tragen sich deshalb mit dem Gedanken, in eine Mietwohnung zu ziehen. Barrierefrei muss sie sein.

Die Calauer Wohn- und Baugesellschaft stellt sich auf die neuen Bedarfe ein. Weit mehr als 100 Wohnungen hat das Unternehmen barrierefrei gemacht. Zehn Prozent des Gesamtwohnungsbestandes sind barrierearm, sagt Geschäftsführerin Marion Goyn. Zudem hate die WBC die erste Tagespflege in Calau errichtet, das Haus Charlotte ausgebaut und mit einem Aufzug ausgestattet. Doch die Großvermieterin stößt an ihre Grenzen. Die WBC verbündet sich deshalb mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Damit dort, wo gelebt, geliebt und gelacht wird, auch gepflegt werden kann", fasst AWO-Geschäftsführer Wolfgang Luplow zusammen. Der Anfang wird Marion Goyn zufolge mit dem Wohntyp "Life" (Leben) in Taubners Gässchen gemacht. "Sechs 2-Raum-Wohnungen bauen wir dort behindertengerecht beziehungsweise barrierearm um", erzählt sie. Das moderne Bad werde mit ebenerdiger Dusche hergerichtet, für Rolatoren gäbe es einen Abstellraum. Rollstuhlfahrer werden von der Hofseite aus über eine Rampe ins Haus gelangen. Grundrisse der jetzigen Wohnungen werden verändert und die Balkone vergrößert. "Den Innenhof wollen wir zum Begegnungsort für Alt und Jung machen", kündigt die WBC-Chefin an. "So eine Wohnung dort wäre ideal für uns", sagt Klaus Bärbock, zumal die Kinder gleich in der Nähe wohnen.