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Nahverkehr
Baustellen bremsen Busverkehr aus

Die Bauarbeiten in der Cottbuser Straße in Lauchhammer liegen zwar im Zeitplan - Ende Mai 2018 soll sie wieder freigegeben werden. Dafür führt die Baustelle, wie auch viele andere im Kreis, zu Verspätungen im Busverkehr.
Die Bauarbeiten in der Cottbuser Straße in Lauchhammer liegen zwar im Zeitplan - Ende Mai 2018 soll sie wieder freigegeben werden. Dafür führt die Baustelle, wie auch viele andere im Kreis, zu Verspätungen im Busverkehr. FOTO: Mirko Sattler
Senftenberg. Reisende im Landkreis sind verärgert über Verspätungen. Die Schuldfrage ist dieses Mal aber schon geklärt. Von Jan Augustin

Matthias Dobrzynski nimmt der Umwelt zuliebe, wie er sagt, gern den Bus, um seine vierjährige Tochter zur Kita nach Brieske zu bringen. Das hatte der beruflich Selbstständige auch vor einer Woche vorgehabt. Doch der Bus sei nicht gekommen. An der Haltestelle Theaterpassage warten Beide vergebens. Der junge Vater schnappt sich trotz des Regens nach einer Viertelstunde schließlich sein Fahrrad, um seine Tochter zum Kindergarten zu schaffen. „Gott sei Dank waren wir pünktlich“, teilt er verärgert mit. Dass der Fahrplan der Linie 622 überhaupt eingehalten werden kann, daran zweifelt Matthias Dobrzynski stark. Am Nachmittag komme der Bus aus Lauchhammer regelmäßig zehn Minuten zu spät.

Nach dem Ausschreibungs-Streit, der mehrere laufende Gerichtsprozesse zur Folge hat, gibt es nun Probleme mit verspäteten Bussen im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Und Fahrgast Matthias Dobrzynski ist kein Einzelfall. Das bestätigt die Leiterin der Verkehrsplanung bei der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz (VGOSL), Birgit Laurisch. Zwar habe sich seit dem Betreiberwechsel und dem neuen Fahrplan im Vergleich zum Vorjahr an den Fahrzeiten selbst nichts geändert. Was der VG OSL aber „arg zu schaffen“ mache, sei die Anzahl und teilweise die Auswirkungen von Baumaßnahmen im gesamten Bediengebiet, „sodass Verspätungen nicht ausbleiben und mit dem rädergebundenen ÖPNV auch in keiner Weise koordiniert ausgeglichen werden können“. Besonders stark wirkt sich beispielsweise die Baustelle am Ruhlander Bahnhof aus. Teilweise müssen die Busfahrer und Reisenden hier bis zu vier Ampelphasen ausharren, bis es endlich weiter geht. Mit dem neuen Betreiber, der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck, dem Straßenverkehrsamt und dem Schulamt gebe es ständig Gespräche. „Alle Beteiligten wissen, dass sich die Auswirkungen dieser baubedingten Einschränkungen auch auf die durch die Busse zu realisierenden Vor- und Nachleistungen auswirken, durch die Verkehrsunternehmen jedoch nicht ‚abgefedert’ werden können“, sagt die Verkehrsplanerin. Auch sei es so, dass die Verspätungen über den Tag verteilt stark variierten, was vom allgemeinen Verkehrsaufkommen abhänge. Zum Schuljahresbeginn seien alle Schulen schriftlich über die teilweise nicht vermeidbaren Verspätungen und die Gründe informiert worden.