Spatenstich mit Symbolcharakter: Der Kreis investiert auch noch in andere Bereiche als in den Komplex Asyl. Diese Botschaft ist OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Dienstagnachmittag besonders wichtig. Mehr als eine halbe Million Euro will der Kreis in den Umbau der Rettungswache in Großräschen stecken. "Dieser Spatenstich soll auch ein Zeichen setzen, dass wir hier keine Abstriche machen", betont Heinze. Entstehen soll eine moderne Wache, die aktuellen hygienischen, organisatorischen und sozialen Anforderungen gerecht wird. Die Rettungswache nutzt derzeit Räumlichkeiten im Untergeschoss des Westflügels des kreislichen Feuerwehr- und Katastrophenschutztechnischen Zentrums (FKTZ).

Vorgesehen ist der Bau eines neuen, eingeschossigen Gebäudeteils zwischen Haupthaus und vorhandener Garage, einschließlich des Umbaus für neue Sozial- und Funktionsräume. Gebaut wird außerdem eine neue Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen für Rettungswagen an der Westseite der Altgarage mit Ausfahrt zur Seestraße. Noch in diesem Jahr soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) hat für die "Immobilie, in der viel Stadtgeschichte steckt" noch einen Wunsch. Um dem für Großrä-schen stadtbildprägenden Gebäude an der Seestraße ein "bisschen Pfiff" zu geben, erhofft er sich von dem Calauer Planer Henry Jochintke eine "schöne Idee". Er denke da zum Beispiel an eine hübsch gestaltete Fassade oder eine Art Stele.

Für die Baumaßnahme geht der Landkreis momentan von Kosten in Höhe von rund 560 000 Euro aus. Da keine Fördergelder zur Verfügung stehen, soll die Refinanzierung der Maßnahme langfristig über die Gebühren für den Rettungsdienst erfolgen. Im Haushaltsplan des Landkreises 2016/2017 sind die Mittel bereits vorgesehen.

Viel Geld ausgegeben hat der Kreis auch für zwei neue Rettungswagen, die im Anschluss an die beiden DRK-Kreisverbände Calau und Lausitz übergeben worden sind. 95 000 Euro kostet so ein Mercedes Sprinter. Das Modell habe sich bewährt und sei beliebt unter den Fahrern, sagt Heinze. Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit hochwertiger Medizintechnik. Sie verfügen beispielsweise über das sogenannte Power-Load-System, mit dessen Hilfe das Be- und Entladen der Patiententrage ins und aus dem Auto heraus ohne Muskelkraft möglich ist. Auch die Höhenverstellung der Trage geschieht auf Knopfdruck.

Schrittweise sollen im Landkreis alle 17 Rettungswagen mit diesem System ausgestattet werden. Zehn sind es bereits. Im Wagen befestigt ist auch ein spezieller Tragestuhl, der beim Transport von Patienten die Rücken der Rettungsdienstmitarbeiter schonen soll. "Das ist definitiv eine Arbeitsentlastung", sagt der Lübbenauer Notfallsanitäter Steffen Hamann. Dort, wo der Einsatz der Tragestühle nicht möglich ist, müssen allerdings die freiwilligen Feuerwehren die bei ihnen ungeliebte "Tragehilfe" leisten. Stationiert werden die beiden Fahrzeuge in den Rettungswachen in Lauchhammer und Lübbenau.

Zum Thema:
Für rund eine Million Euro soll noch in diesem Jahr die Planung für eine energetische Sanierung inklusive eines Heizungsneubaus des Feuerwehr- und Katastrophenschutztechnischen Zentrums (FKTZ) angegangen werden. Die Finanzierung dieser Maßnahme erfolgt mit Fördergeldern aus dem Kommunal-Investitionsprogramm. Das beschloss der Kreistag Oberspreewald-Lausitz in seiner Sitzung im März. Auch für eine neue Konzeption des FKTZ in Großräschen gaben die Abgeordneten grünes Licht. Gebäude und Ausstattung sind in die Jahre gekommen. Neben der Anschaffung neuer Technik wie zum Beispiel Handsprechfunkgeräte, Trainingsgeräte und Software sieht das Konzept unter anderem auch den Kauf einer neuen Übungsfläche vor. Im Blick hat der Kreis ein gut 27 000 Quadratmeter großes Grundstück in Freienhufen. Das FKTZ in Großräschen soll die Einsatzfähigkeit der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis gewährleisten und wird für die Ausbildung der Feuerwehrleute genutzt. Das Zentrum existiert seit 1997. Bis dahin war das Gebäude Sitz der Poliklinik.