Auch mit einer Gärtnerei, wie sie im Ort existiert, kann er gut leben. Jedoch nicht mit einer Bauschuttaufbereitung, die ihn und seine Frau seit Jahren quält. Die Nachbarschaft würde den Zustand hinnehmen beziehungsweise habe es aufgegeben, sich aufzuregen.

“Ich habe nichts dagegen, wenn sich ein Unternehmen breit aufstellt, und ich möchte auch niemanden vertreiben, aber es kann sich keiner vorstellen, was hier abgeht„, sagt der 71-jährige pensionierte Lehrer, der schon immer dort wohnt. Anwesen und Haus sind saniert und schmuck hergerichtet.

Die Agrargenossenschaft “Elster-Pulsnitz„ Frauendorf e. G., um die es geht, bewirtschaftet ausgedehnte Flächen und hält Vieh. Zu ihr gehört ebenso eine Dienstleistungs- und Transport-GmbH, die sich unter anderem mit dem Abbruch beschäftigt. Das Material wird auf einem großen Gelände zwischen der Betriebshalle und der Wohnzeile Arnsdorfer Straße aufgetürmt und aufbereitet. Bei der Fläche handele es sich um den ehemaligen Sportplatz.

Herbert Schumann hatte sich schon im Frühjahr 2008 an Amtsverwaltung und Bürgermeister gewandt. Bei einem Vor-Ort-Termin seien keine Probleme gesehen worden, obwohl die Materialtransporte zeitweise von 7 bis 18 Uhr lautstark rollten und das Brechen und maschinelle Sortieren des Schutts Lärm und Staub verursachte. Die aufgetürmten Sand- und Erdmassen sorgten für Staubwolken. Bürgermeister Mirko Friedrich antwortete damals, dass die Gemeinde gegen das, was auf einem Privatgrundstück geschehe, nichts unternehmen könne, zumal keine Gefahr für Dritte ausgehe. Die Schumanns sehen das anders, wenn auf ihrem Grundstück zeitweise alles vibriert.

Die Agrargenossenschaft hat sich nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Frank Gutmann entschlossen, das Lagern und Aufbereiten von Bauschutt ab sofort zu beenden. “Wir machen dies nicht mehr„, sagt er. Dies habe aber auch Konsequenzen für jene, die in der Umgebung Abbruchaufträge zu vergeben oder Schutt abzugeben hätten. Sie müssen jetzt weite Wege in Kauf nehmen.

Dieser Rückzug ändere jedoch nichts daran, dass das der Genossenschaft gehörende Gelände ein Gewerbestandort bleibt. “Der Betrieb wird in irgendeiner Form weitergehen„, kündigt Frank Gutmann an. Es sei aber noch offen, was dort in welcher Form geschehen werde. Das Aufbereiten von Mutterboden für die Gärtnerei bleibe erhalten.

Die von Herbert Schumann vorgeschlagene Bauschutt-Ausweichfläche der ehemaligen Kartoffelmieten, abseits der Wohnhäuser, gehöre der Genossenschaft nicht. Und einen besser wachsenden, als den derzeit mickrigen Grünschutzstreifen vor Schumanns Anwesen, werde es nicht geben.