Von Andrea Budich

Mit dem Trecker zum Protest nach Berlin sind am Dienstag auch Bauern aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz gerollt. Vom Sammelpunkt in Lauchhammer hat sich Punkt 5 Uhr morgens ein kleiner Konvoi aus drei Traktoren und drei Lkw in Bewegung gesetzt. Mit ihren Landmaschinen dabei sind Landwirt Jan Benning aus Lauchhammer sowie die Agrargenossenschaft Großräschen. Damit die Trecker die Strecke nach Berlin in einem Ritt schaffen, haben die Bauern ihre Maschinen vor der Abfahrt randvoll getankt.

„Wir wollen keinen Krawall machen, aber deutlich signalisieren, dass es uns gibt“, erklärt Mario Weber als Vorstand der Agrargenossenschaft Großräschen. Die Unzufriedenheit über die Agrarpolitik, die aus Sicht der Bauern falsch ist, habe die Landwirte auf die Straße getrieben. „Wir haben es satt, ständig unter Generalverdacht zu stehen“, begründet der Großräschener Genossenschafts-Chef. „Giftverteiler, die das Grundwasser belasten und Insekten schädigen, sind wir nicht. Dieser Ruf frustriert. Noch mehr, dass unsere Arbeit so wenig gewertschätzt wird.“

Die Großräschener Bauern hätten gern noch deutlicher in Berlin Flagge gezeigt. „Wir konnten aber nur einen Schlepper entbehren, weil die Feldbestellung auf Hochtouren läuft“, erklärt Mario Weber. Bis Ende dieser Woche soll die Weizen-Saat im Boden liegen. Einer der genau weiß, wie viel Frust die Bauern schieben, ist der Peickwitzer Landwirt Thomas Domin, bekannt für seine hofeigene Strategie zur Direktvermarktung. Tierschutz und nachhaltige Landwirtschaft sind dem Bauern aus dem Südzipfel des Landes Brandenburg sehr wichtig. Das Protestzeichen in Berlin muss für ihn sein, „damit die Bundesagrarministerin endlich aufwacht“. Selbst wäre er auch gern mitgefahren nach Berlin. Ein Haufen anderer Termine hat ihn jedoch ausgebremst. Domin hofft, dass der Protest etwas bewirkt. „Ansonsten verlieren wir langsam den Mut und den Glauben“, bringt er die Stimmung unter den OSL-Landwirten auf den Punkt.