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Wetter
Bauern leiden unter Ernteverlusten

Die Ernte ist durch, die Herbstbestellung läuft auf Hochtouren. Michael Galdiks vom Landwirtschaftsbetrieb Domin aus Peickwitz bringt am Montag die Roggensaat in die Erde.
Die Ernte ist durch, die Herbstbestellung läuft auf Hochtouren. Michael Galdiks vom Landwirtschaftsbetrieb Domin aus Peickwitz bringt am Montag die Roggensaat in die Erde. FOTO: Rasche/str1
Senftenberg. Erntebilanz zwischen Großräschen und Ortrand fällt durchwachsen aus: Miserable Getreideernte, jedoch überdurchschnittliche Erträge bei Mais und Kartoffeln. Ab heute Ernte-Finale bei Kartoffeln und Sonnenblumen. Andrea Budich

Das Frühjahr zu trocken, der wechselhafte Sommer mit viel Regen und Hagelschlag und die Spätfröste im April haben den Landwirten zwischen Großrä schen und Ortrand das Leben in diesem Jahr schwer gemacht. "Es war eher eines der schlechteren Erntejahre", bringt es Thomas Domin aus Peickwitz auf den Punkt.

Der Geschäftsführer des Unternehmens Agropei Peickwitz, Thomas Meyer, wird sogar noch deutlicher. Er spricht von Ernteerträgen beim Getreide, die weit unter dem Durchschnitt liegen. Für seinen landwirtschaftlichen Betrieb war es ein miserables Jahr. "Fürs Getreide hat das Wetter in diesem Jahr einfach nicht gepasst", sagt er und sucht nach Ursachen. Beim Weizen hat die Agropei 38 Dezitonnen pro Hektar eingefahren. Normal sind 45 Dezitonnen. Und die Peickwitzer Bauern hatten in guten Erntejahren auch schon 50 Dezitonnen im Sack.

Mit Ernteverlusten beim Getreide hat auch Thomas Domin vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb aus Peickwitz zu kämpfen. Auf den Schlägen zwischen Meuro, Hosena und Schwarzheide hat er beim Getreide nur etwa die Hälfte des erwarteten Ertrages eingefahren. Teilweise geht das auch aufs Konto des verheerenden Hagelschlages im Juni.

Die Erntebilanz aus Frauendorfer Sicht fällt anders aus. "Mit Erträgen, die leicht über dem Durchschnitt der Vorjahre liegen, sind wir zufrieden", sagt Vorstand Walter Beckmann. Er spricht von einem optimalen Wechsel von Sonnenschein und Regenwolken. Ein durchwachsenes Resümee zieht indes Günter Kockro von der Agrargenossenschaft Großräschen. Die Ernte von Wintergerste und Winterweizen war gut, Winterroggen und Raps waren enttäuschend.

Das Getreide floppt - der Mais toppt. Das gilt für alle Landwirtschaftsbetriebe in der Region. Die Bauern der Agrargenossenschaft Elster-Pulsnitz Frauendorf erwarten sogar eine Rekordernte beim Mais mit Erträgen 20 Prozent über dem Normalwert. 450 Dezitonnen pro Hektar wurden von den Feldern geholt. Bis zum Wochenende wollen die Frauendorfer beim Mais durch sein. Die Großräschener Bauern indes werden noch vier Wochen lang mit dem Mais zu tun haben. Von den insgesamt 170 Hektar sind erst 70 Hektar abgeerntet. "Für den Mais war das Wetter perfekt", bestätigt auch Thomas Domin aus Peickwitz. Auf seinen 70 Hektar Anbaufläche hat er einen sehr guten Ertrag eingefahren, der allerdings vom Hagelschlag im Juni gemindert wurde. Beim Mais im satten Plus steht auch die Elsterländer Viehhof GmbH aus Biehlen.

Durchs Ziel sind die Frauendorfer Bauern seit der Vorwoche auch bei den Kartoffeln. Mit mehr als 400 Dezitonnen pro Hektar war es laut Walter Beckmann ein gutes Kartoffeljahr. Davon profitieren die Kunden im Hofladen. "Bis in den Mai 2018 reichen unsere Vorräte sicher", verspricht Beckmann. Dicke Kartoffeln eingefahren haben auch Großräschens Landwirte. Sie roden zwar schon seit einigen Wochen, die finale Kartoffelernte steht indes noch bevor. "Wir sind im Standby-Modus und wollen nach der Regenfront jetzt auf die Felder", erklärt Direktvermarktungs-Chef Andreas Thoran. Auf 15 Hektar liegen die gut ausgereiften Knollen in Großräschen noch in der Erde.

Typisch für das Erntejahr 2017 ist in der Region das sehr späte Abreifen der Sonnenblumen. "Mit einem Feuchtigkeitsanteil von 13 Prozent sind sie noch nicht druschreif", bestätigt Günter Kockro aus Großräschen. Rund um die Seestadt warten daher noch knappe 40 Hektar auf die Ernte. Auch in der Agropei Peickwitz muss die Hälfte der Anbaufläche noch abgeerntet werden. Mit "ganz ordentlichen" Erträgen bei den Sonnenblumen zeigt sich Thomas Meyer durchaus zufrieden.

Während Kartoffeln, Mais und Sonnenblumen auf der Zielgeraden liegen, läuft in allen landwirtschaftlichen Betrieben der Region bereits parallel die Herbstbestellung auf Hochtouren. Thomas Domin aus Peickwitz will sie in dieser Woche abschließen. In Großräschen ist der Raps schon wieder aufgegangen, die Aussaat von Weizen und Triticale läuft. In Frauendorf soll die Wintersaat spätestens bis zum 20. Oktober im Boden liegen.

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