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| 16:05 Uhr

Parlamentarischer Staatssekretär stellt sich den Fragen Südbrandenburger Bauern
Bauern fordern weniger Bürokratie und mehr Biss beim Wolf

Peickwitz. Der Peickwitzer Bauer Thomas Domin passt in keine Schublade. Das hat  bei seinem Hof-Besuch auch der  Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschafts- ministerium, Michael Stübgen (CDU), erlebt. Von Andrea Budich

Seinen Hof versorgt Domin komplett mit der eigenen Biogasanlage, auf den Hofdächern fängt er die Sonne ein, die Schnitzel, die er produziert, verkauft er im Hofladen, mit BTU-Forschern doktert er an seinen Ackerböden herum. Von seiner Teilnahme am Agroforstprojekt verspricht sich der Peickwitzer Bauer langfristig höhere Erträge auf seinen mageren Ackerböden. Stübgen für das Forschungsprojekt zu begeistern, das später im Landwirtschaftsministerium umgesetzt werden soll, war für Domin ein Heimspiel.

Ein Thema in der Diskussionsrunde mit dem CDU-Politiker waren auch die schweren Ernteausfälle im Dürre-Sommer 2018. Bauer Domin aus Peickwitz hat beim Getreide und auch beim Mais 50 Prozent Verluste eingefahren. Kritik gab es bei der vom Hosenaer Tierarzt Andreas Pfeiffer moderierten Runde zu den Regularien der Dürre-Hilfen vom Bund. „Sie funktionieren niemals so, dass alle zufrieden sind“, räumte Stübgen ein. „Soforthilfen stelle ich mir schneller und unbürokratischer vor“, konterte Thomas Domin, der seit fünf Jahren auch im Vorstand des Bauernverbandes Südbrandenburg sitzt.

Zunehmend ungeduldig zeigten sich die Landwirte beim Thema Schutz vor Wölfen. Landwirt Andreas Kupfer aus der Agrargenossenschaft Frauendorf war erst vor wenigen Tagen Augenzeuge, als mehrere Wölfe am hellerlichten Tag Mutterkühe aus einer Koppel getrieben haben. Nach mehreren Rissen von Kälbern ist es für den Chef des Rinderbetriebes „dringend Zeit“, die Zahl der Wölfe zu begrenzen. Für ein aktives Wolfsmanagement hat sich auch Stübgen in der Runde ausgesprochen. „Dort, wo es zu viele Wölfe gibt, müssen wir dazu kommen, sie zu schießen“, erklärt er. Länder wie Schweden und Frankreich machten vor, dass der Abschuss von Wölfen trotz des strengen Schutzstatus der Tiere möglich sei. Der CDU-Politiker versprach, in Berlin am Wolfs-Thema dran zu bleiben und endlich auch zu Ergebnissen zu kommen, die „man den Menschen glaubhaft vermitteln“ könne.

Ein großes Problem, das in der Peickwitzer Agrar-Runde angesprochen wurde, sind die von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) gesperrten Innenkippen ehemaliger Tagebaue. Bauer Peter Kurth aus Settinchen (OSL) ist davon betroffen. Er bewirtschaftet 300 Hektar, 80 davon sind seit fast zehn Jahren gesperrt. Seit drei Jahren hat er für die gesperrten Futterflächen auch keinen Cent Ausgleich gesehen. Dass die LMBV Flächen sperren muss, versteht Michael Stübgen. „Es geht ja um die Sicherheit.“ Äußerst unzufrieden reagierte er aber in Peickwitz auf die Tatsache, dass die zur Verfügung stehenden Entschädigungsgelder bei den Bauern offenbar nicht ankommen. „Ich mache da jetzt ordentlich Druck“, versprach er sichtlich entschlossen.