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| 21:11 Uhr

Frühjahrsbestellung startet verspätet
Bauern bereiten das Saatbett vor

Marco Lache beim Pflügen in der Flur Dörrwalde. Er wird ständig von Vögeln auf Futtersuche begleitet.
Marco Lache beim Pflügen in der Flur Dörrwalde. Er wird ständig von Vögeln auf Futtersuche begleitet. FOTO: Renate Kupfer
Lindenau. Die Frühjahsrbestellung auf den Feldern startet in diesem Jahr deutlich verzögert.

In diesem Jahr starten die Landwirte in der Lausitz witterungsbedingt spät in die Frühjahrsbestellung. Der fast bis Ende März gefrorene Boden und vernässte Flächen haben den Zeitplan der Bauern gestört. „Das ist zwar noch nicht besorgniserregend, aber in den nächsten Tagen wollen wir Versäumtes aufholen“, sagt der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Großräschen, Hans-Joachim Kupz.

Auf einem etwa 20 Hektar großen Schlag des Betriebes in der Dörrwalder Flur ist Traktorist Marco Lache unterwegs. Der Siebenscharkarrenpflug mit einem angehängten Krumenpacker wird von einem 310 PS starken Traktor gezogen. Vergleichbare Zuglast würden 310 Pferde erbringen. Hier wären vergleichsweise 155 Gespannführer notwendig. Der maschinelle Wendepflug sichert gut gewendeten Boden bei gleichbleibender Furchentiefe. Der angehängte Krumenpacker sichert ein gut abgesetztes Saatbett. „Im Herbst haben wir hier die Winterfurche nicht mehr geschafft, sodass ich das Pflügen jetzt nachhole. Davon haben aber Schwäne, Kraniche, Graugänse und andere Vögel profitiert. Sie haben auf diesem abgeernteten Maisschlag ausreichend Winterfutter gefunden. Damit wurden andere mit Wintersaaten bestellte Flächen vor Fraßschäden bewahrt“, schätzt der Fachmann ein. Er wird auch aktuell beim Flügen von einer Vogelschar begleitet. Auf dem frisch bearbeiteten Acker finden Lachmöwen, Stare und Krähen reichlich Nahrung.

„Seit Jahren nimmt der Möwenbestand in unseren Fluren zu“, sagt Marko Lache. Die ehemaligen Tagebaue bieten zahlreichen Vögeln einen neuen Lebensraum. Und schließlich wird Großräschen zur Seestadt entwickelt.

„Im März werden wir auf der vorgesehenen Anbaufläche von 130 Hektar, die mit Lupinen, Erbsen Hafer und Gerste bestellt werden sollen, nichts mehr in den Boden bekommen“, schätzt der Leiter der Pflanzenproduktion in Großräschen, Günter Kockro, ein. Ständig überprüft er die Befahrbarkeit der Flächen und die Bodentemperaturen, um den optimalen Zeitpunkt für die Aussaat zu finden. „Keine Frühjahresbestellung gleicht den vergangenen, aber im Laufe der Jahre haben wir genügend Erfahrungen gesammelt, um mit solchen Bedingungen fertig zu werden“, sagt er.

(rkp)