Früher Sandweg, heute Pflasterstraße und demnächst Asphalttrasse: Die August-Bebel-Straße wandelt sich ab Montag, 11. März, zur Baustelle. In einem ersten, rund 140 Meter langen Abschnitt erfolgt der Ausbau zwischen der Einmündung Ernst-Thälmann-Straße und der Kreuzung mit der Friedensstraße, informiert Ingmar Daßler, Bauleiter bei der verantwortlichen Freienhufener Firma Matthäi. „Wir rücken zunächst mit drei Arbeitern an. Das Pflaster kommt heraus. Die Granitsteine finden bei der Herstellung der neuen 30 Parktaschen eine Weiterverwendung“, kündigt Daßler an. Ohnehin, so erklärt der Senftenberger Tiefbauamtsleiter Frank Hellmund als Bauherr, sei der erste Abschnitt der verhältnismäßig einfachste. Die meisten Medien befänden sich bereits erneuert unter der Fahrbahn, lediglich die Gasleitung müsse ausgetauscht werden. Und statt des Pflasters werde Asphalt als Straßenbelag verwendet. „Das senkt das Lärmniveau um rund drei Dezibel“, merkt Hellmund an. Allerdings bewegen sich die entsprechenden Werte auch mit Pflaster im zugelassenen gesetzlichen Rahmen. Bis Anfang Mai soll der erste Abschnitt vollendet sein.

Anschließend werde es schwieriger. Denn im nördlichen Teil der August-Bebel-Straße warte eine Herausforderung. „Der Schmutzwasserkanal liegt dort fünf Meter tief im Boden. Da dürfte ein richtiger Krater entstehen“, mutmaßt Frank Hellmund. Insgesamt sei für die komplette, rund 420 Meter lange Nord-Süd-Trasse eine Bauzeit bis Mitte 2020 vorgesehen. Voraussetzung sei allerdings, dass es während der Bauphase zu keinen größeren Überraschungen kommt. Beispielsweise durch die Archäologen. Die werden in die Maßnahme eingebunden. Schließlich verläuft die heutige August-Bebel-Straße direkt durch das frühere Dorf Thamm, das im Jahr 1923 nach Senftenberg eingemeindet wurde. Darüber hinaus wurde die Trasse seit ihrer Pflasterung, wahrscheinlich vor über 80 Jahren, sanierungstechnisch seitdem nicht mehr angefasst. Allerdings sind die Archäologen in der benachbarten Reyersbachstraße, die im vergangenen Jahr ausgebaut worden war, auf keine Artefakten gestoßen.

Darüber hinaus bekommt die Straße ihren Alleecharakter zurück. Bis in die 1980er-Jahre begleiteten Mehlbeerbäume die Fahrbahn. Im vergangenen Jahr wurde das letzte Exemplar aus Krankheitsgründen gefällt. Jetzt sollen insgesamt 38 Chinesische Wildbirnen in den Boden gebracht werden, kündigt Antje Derksen aus dem Senftenberger Rathaus an. Für diese Art mit ihrer reichhaltigen Blüte hätten sich die Anwohner entschieden. Allerdings könne nur im Südbereich der Straße eine Allee angepflanzt werden. Der Nordteil erhalte aufgrund der Vielzahl der dortigen unterirdischen Medien eine Baumreihe.

Stichwort Anlieger: Die Planung für die wichtige Nord-Süd-Verbindung läuft indes schon seit dem Jahr 2017. „Wir haben von Beginn an die insgesamt 45 Anwohner mit eingebunden“, sagt Frank Hellmund. Soweit es möglich war, seien deren Vorschläge und Hinweise in das insgesamt rund 1,3 Millionen Euro teure Bauprojekt eingebunden worden. Immerhin zwei Drittel der Gesamtsumme bekommt die Stadt gefördert.

Die August-Bebel-Straße gilt laut der Stadtverwaltung als eine der Hauptverkehrsachsen Senftenbergs. Die Trasse gilt als Alternative zur ebenfalls stark befahrenen Bahnhofstraße. Pro Tag sind dort mehrere Tausend Fahrzeuge unterwegs.