Von Catrin Würz

Das Senftenberger Rathaus muss den bevorstehenden Sommer ohne Sonnenschutz am gläsernen Giebel überstehen. In den vergangenen Tagen ist die Verschattungskonstruktion aus Holzlamellen an der Westseite des Rathauses komplett abgebaut worden. Der Rückbau war dringend nötig geworden, nachdem im Frühjahr im Zusammenhang mit starken Winden einzelne Lamellenteile der Sonnen­schutzkonstruktion herabgestürzt waren. Die Holzlamellen waren aufgrund ihres hohen Alters von 21 Jahren in einem technisch sehr schlechten Zustand. „Das stellte eine große Gefahr für die Passanten und Nutzer der Außenflächen am Marktplatz dar“, erklärt Rathaussprecher Andreas Groebe auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Es bestand dringender Handlungsbedarf.“

Schon Ende April war zunächst die Außenfläche für die gewerblichen Mieter des Objektes Markt 1 abgesperrt worden. Im Nachgang wurde an der Giebelseite aus Gründen der Arbeitssicherheit eine riesige, freistehende Fassadenrüstung aufgestellt und eine Firma mit der Prüfung der Sonnenschutzanlage beauftragt.

Das Ergebnis der Prüfung ist nun allerdings recht ernüchternd: Eine Reparatur der Holzkonstruktion am Rathaus ist aus technischer Sicht nicht mehr durchführbar. Es kann nur noch ein Rückbau der alten Sonnenschutzanlage in Betracht gezogen werden, teilt das Gebäudemanagement der Senftenberger Stadtverwaltung mit. Inzwischen ist der Abbau der alten Sonnenschutzlamellen auch schon erfolgt und in dieser Woche abgeschlossen worden.

Die Senftenberger Stadtverwaltung tüftelt indes schon an der Lösung für eine neue Sonnenschutzanlage für den gläsernen Ratssaal unterm Dach. „Wir haben dazu bereits Kontakt zu den Architekten unseres Rathauses aufgenommen“, erklärt Pressesprecher Andreas Groebe. Allerdings könne bislang noch keine Aussage gemacht werden, welcher Art die zukünftige Sonnenschutzanlage für das Rathaus sein soll. Klar ist bislang nur, für welche Variante man sich auch entscheidet, muss die Stadt von höheren Kosten ausgehen. Vorsorglich habe man das Projekt in den Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 aufgenommen, so Groebe. „Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Stadtverordneten ist es vorgesehen, diese Baumaßnahme im Jahr 2020 umzusetzen“, ergänzt der Stadtsprecher. Dann könnte zumindest ab dem kommenden Jahr die Sitzungsperiode der Stadtverordneten wieder im kühleren Schatten abgehalten werden.