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| 17:47 Uhr

BASF investiert 73 Millionen Euro in neues Kraftwerk
Chemieriese aus Schwarzheide will Umwelt-Champion werden

 Ein bisschen Show muss sein: Den symbolischen Spatenstich für die Modernisierung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes am BASF-Standort in Schwarzheide vollziehen Projektleiter Thomas Thränhardt (v.l.), BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, BASF-Infrastrukturleiter Bram Jansen und Siemens-Manager Thorbjörn Fors.
Ein bisschen Show muss sein: Den symbolischen Spatenstich für die Modernisierung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes am BASF-Standort in Schwarzheide vollziehen Projektleiter Thomas Thränhardt (v.l.), BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, BASF-Infrastrukturleiter Bram Jansen und Siemens-Manager Thorbjörn Fors. FOTO: LR / Jan Augustin
Schwarzheide. Die BASF Schwarzheide GmbH baut sich ein neues Kraftwerk und will sich damit unabhängiger vom teuren Gas machen. Für das 73-Millionen-Euro-Projekt wurde am Mittwoch symbolisch in den Boden gestochen. Von Jan Augustin

Die großen Windkraftparks und Solarfelder der Lausitz sollen künftig Strom für den Chemieriesen aus Schwarzheide liefern. Das ist nicht nur umweltschonender, sondern auch günstiger, da sich die BASF damit ein Stück weit unabhängiger macht vom teuren Gas. Wenn nicht genügend Wind weht oder der Himmel zu wolkig ist, wird eine neue, viel effizientere Gasturbine die nötige Energie liefern. So die Theorie. In der Praxis heißt das: Die BASF benötigt ein rundum erneuertes Kraftwerk.

Inbetriebnahme für 2022 geplant

Und das ist teuer. 73 Millionen Euro soll die Modernisierung des in die Jahre gekommenen Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes kosten. Am Mittwoch ist dafür der symbolische Spatenstich vollzogen worden. Im Herbst könnte der Baustart erfolgen, vorausgesetzt die Baugenehmigung ist bis dahin fertig. Die Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2022 geplant, erläutert Bram Jansen, Leiter für Standortservice und Infrastruktur in Schwarzheide. „Nach der Modernisierung erreichen wir eine um zehn Prozent gesteigerte elektrische Leistung. Gleichzeitig werden Brennstoffkosten gesenkt und die Ökoeffizienz des Kraftwerks signifikant verbessert“, fasst Bram Jansen die wichtigsten Vorteile zusammen.

 BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs (M.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) betonen am Mittwoch die „gute Partnerschaft“ zwischen Unternehmen und Landesregierung.
BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs (M.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) betonen am Mittwoch die „gute Partnerschaft“ zwischen Unternehmen und Landesregierung. FOTO: LR / Jan Augustin

Weniger Ausstoß von Kohlendioxid

Bereits heute produziere der Standort mit jeder Megawattstunde Strom ein Drittel weniger Kohlendioxid als der Durchschnitt im deutschen Netz. Diese Differenz werde sich mit der Modernisierung auf fast 50 Prozent vergrößern. Der Standort leiste damit einen Beitrag zum Nachhaltigkeitsziel der BASF-Gruppe, bis 2030 CO2-neutral zu wachsen, so Jansen.

Anerkennung für das Mammut-Projekt bekommt die BASF Schwarzheide von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Nach der Wahlschlappe seiner Parteil in der Lausitz kann Woidke am Mittwoch wieder lachen: „Das ist heute ein guter Tag. Es gibt keinen besseren Ort und keinen besseren Zeitpunkt für die Modernisierung des Kraftwerks. Wir sind hier mitten in der Lausitz, und die Lausitz erlebt hier die Energiewende, den Strukturwandel hautnah. Wir wollen, dass die Lausitz auch in Zukunft eine wichtige Industrie- und Energieregion ist – moderner denn je.“ Dabei sei das Engagement von großen Unternehmen wie BASF in Schwarzheide enorm wichtig. Schwarzheide stehe für die Industrie- und Energieregion Lausitz, für gute Arbeit und Ausbildung, für Forschung und Entwicklung sowie für Wachstum und Klimaschutz.

 Sicherheit muss sein: Vor dem Spatenstich für das neue Kraftwerke auf dem BASF-Gelände in Schwarzeide müssen auch Geschäftsführer Jürgen Fuchs (2.v.r) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) Schutzhelm und -brille aufsetzen.
Sicherheit muss sein: Vor dem Spatenstich für das neue Kraftwerke auf dem BASF-Gelände in Schwarzeide müssen auch Geschäftsführer Jürgen Fuchs (2.v.r) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) Schutzhelm und -brille aufsetzen. FOTO: LR / Jan Augustin

Siemens liefert High-End-Gasturbine

Zentraler Baustein des Kraftwerk-Projekts ist die Anschaffung einer neuen Gasturbine aus der Produktion von Siemens. Der Kaufvertrag für das innovative High-End-Produkt ist im Rahmen des feierlichen Spatenstichs von Siemens-Manager Thorbjörn Fors und BASF-Chef Jürgen Fuchs unterzeichnet worden. „Wir freuen uns, dass BASF bei diesem Projekt auf unser Knowhow vertraut“, sagt Fors. „Die Einpassung der neuen Gasturbine in die bestehende Anlage und die notwendigen Umbaumaßnahmen erfordern eine komplexe individuelle Planung und hohe Engineering-Kompetenzen.“ Bei der Auswahl des Produkts habe BASF großen Wert auf die sogenannte „Schwarzstartfähigkeit“ gelegt. Ein eigens installierter Batteriespeicher ersetzt dabei herkömmliche, zum Einsatz kommende Notstromdieselaggregate.

„Als mittelgroßer, eigenversorgter Industriestandort wollen wir beim Thema Energie neue, innovative Wege gehen“, erklärt BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs. Der schnelllebige Energiemarkt und veränderte Rahmenbedingungen erforderten eine grundlegende Modernisierung der Bestandsanlage. Das mache den Standort zukunftssicher. „Wir wollen innerhalb der BASF-Gruppe zum Umwelt-Champion werden“, betont Jürgen Fuchs.