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| 01:53 Uhr

Barfuß von Schwarzheide nach Senftenberg

Schwarzheide. Die Athleten des Schwarzheider Budosportvereins haben sich in diesem Jahr zu ihrem 20. Trainingslager mitten in der freien Natur getroffen. Neben dem Kampfsporttraining gab es eine ganz besondere Überraschung, nämlich einen Ausflug zum Senftenberger See. Allerdings per pedes und barfuß. Von Torsten Richter

Ziel war die Wassersportschule Brinschwitz am Niemtscher Ufer, erzählt Frank Krüger von der Vereinsspitze. Zuvor galt es für die Kinder und Jugendlichen, die etwa 16 Kilometer lange Distanz ohne Schuhe auf dem parallel zur B 169 verlaufenden Radweg zurückzulegen. „Nach knapp drei Stunden war es geschafft“, so Krüger. Nach einem erlebnisreichen Strandtag mit baden, surfen, segeln und Tretbootfahren sei es wieder nach Schwarzheide gegangen. Die Hälfte der Kampfsportler habe die Rückdistanz abermals zu Fuß und ohne Schuhe zurückgelegt. „Für diese Leistung gab es dann Urkunden“, sagt Frank Krüger.

Auch sonst bot das Jubiläums-Trainingstager jede Menge Abwechslung. Dafür sorgte allein die Lage auf der Waldwiese direkt am Ufer des Ferdinandsteiches in Schwarzheide-West. Natürlich stand stets der Sport im Vordergrund. Dadurch wurde das Gemeinschaftsgefühl unter den jungen Sportlern gestärkt. Nicht zuletzt wurde den Gästen eine weitere Erfahrung zuteil: Sie merkten, dass es sich selbst vier Tage auch ohne Fernsehen, Computer und Handy sehr angenehm leben lässt.

Durch ihre attraktiven Angebote plagen die Schwarzheider Budosportler besonders im Kinderbereich kaum Nachwuchssorgen. Lediglich die 14- bis 25-Jährigen seien etwas in der Unterzahl. „Das ist den geburtenschwachen Jahrgängen der Wendezeit geschuldet“, begründet Frank Krüger. Lediglich ein 16-jähriger Ruhlander vertrete diese Altersklasse. „Der muss mit uns alten Säcken trainieren“, sagt der 45-jährige Krüger augenzwinkernd.

Dabei sei Kampfsport kaum vom Alter abhängig. Manchmal begännen selbst Senioren ein entsprechendes Training. Sogar Menschen mit Bandscheibenproblemen könnten durchaus Karate erlernen.

Derzeit zählt der Budosportverein Schwarzheide 53 Mitglieder im Alter von sechs bis 50 Jahren. Trainiert werden neben Judo und Karate auch Taekwondo sowie Stockkampf. Das erste Sommerlager fand Anfang der 1990er-Jahre auf der Schwarzheider Waldwiese statt. Damals standen für die Übernachtungen lediglich ein paar Planen zur Verfügung. Diese sind inzwischen Zelten gewichen. Ein Dank geht dabei an die Sponsoren, die die Sportler logistisch und finanziell unterstützen. So stellt beispielsweise die Stadtverwaltung die Sanitäranlagen des Sportplatzes am Südteich für die jungen Kampfsportler zur Verfügung. Und falls es mal allzu heiß werden sollte, sorgt die freiwillige Feuerwehr per Wasserschlauch für Abkühlung.

Auch im Spätsommer 2012 wird es wieder ein Sommerlager im Wald geben, kündigt Frank Krüger an. Und 2013 feiern die Budosportler die 20. Wiederkehr ihrer Vereinsgründung.