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| 16:26 Uhr

Barbarakanal Lausitzer Seenland
Barbarakanal bleibt auch 2018 geschlossen

Der Barbarakanal zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See bleibt auch im Jahr 2018 für Boote und Schiffe geschlossen.
Der Barbarakanal zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See bleibt auch im Jahr 2018 für Boote und Schiffe geschlossen. FOTO: foto-radke@gmx.de Fotograf / Peter Radke
Senftenberg. Behörde mahnt fehlende „Wartestellen“ und Schilder an. Der Seenlandverband hofft nun auf die Saison im nächsten Jahr.

(trt) Schock für die Freizeitkapitäne im Lausitzer Seenland: Der Barbarakanal bleibt auch im Jahr 2018 geschlossen. Das teilt die Landesdirektion Dresden als Genehmigungsbehörde mit. Hauptgründe für die Entscheidung seien fehlende Schifffahrtszeichen, Wartestellen sowie die noch nicht erfolgte wasserrechtliche Abnahme. Bereits seit mehreren Jahren wird die Kanalfreigabe immer wieder von Saison zu Saison verschoben.

Die Protagonisten vor Ort zeigen sich enttäuscht. „Wir bedauern dies sehr. Jetzt gehen wir davon aus, dass eine Nutzung zur Saison 2019, also bereits ab 1. April, möglich sein wird“, kommentiert Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen. Der Experte hofft, spätestens in diesem Sommer verbindliche Aussagen zur Freigabe zu bekommen.

Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, kommentiert die erneute Verschiebung so: „Wir bedauern, dass der Barbarakanal noch nicht im Jahr 2018 befahrbar ist. Sowohl der Barbarakanal als auch der Partwitzer See sind wichtig für den entstehenden Seenverbund im Lausitzer Seenland. Wir hoffen und wünschen uns eine Freigabe im Jahr 2019, damit dann auch die Fahrgastschifffahrt in Partwitz anlegen kann.“

Der 1150 Meter lange Barbarakanal, Fachleute sprechen vom „Überleiter 9“, verbindet den Geierswalder mit dem Partwitzer See. Bereits im Dezember 2003 war das Bauwerk eingeweiht worden. Doch bis heute hat offiziell kein einziges Boot den Kanal befahren. Die Verbindung, benannt nach der Schutzheiligen der Bergleute, der Heiligen Barbara, gilt für die weitere Osterschließung der künftig schiffbaren Restlochkette als unverzichtbar.

Die Landesdirektion Dresden mahnt indes die bislang fehlende Beschilderung sowie nicht vorhandene Dalben an. Die im Wasser befindlichen Pfähle markieren die Fahrrinne. Darüber hinaus sei die Ein- und Ausfahrt in den Geierswalder und in den Partwitzer See für jedermann herzustellen. Bislang sei zwar der größte Teil des Geierswalder Sees schiffbar, aber eben nicht der Abschnitt an der Einfahrt zum Barbarakanal. Anders sieht es dagegen mit dem benachbarten Partwitzer See aus. Dieses Gewässer erfahre im Jahr 2018 eine weitere Kalkbehandlung durch das Sanierungsschiff „Klara“. Aus diesem Grund, so der stellvertretende Landesdirektionssprecher Ingolf Ulrich, sei die Schifffahrt auf dem gefluteten Restloch des Tagebaus Scado grundsätzlich nur vereinzelt gegen Auflagen, nicht jedoch für die Allgemeinheit möglich. „Sanierungsmaßnahmen haben Vorrang“, so Ulrich.

Sobald der Barbarakanal technisch für die Schifffahrt fertiggestellt ist, seien auf Antrag Einzelgenehmigungen für die Durchfahrt denkbar. Das betreffe beispielsweise neben der „Klara“ die Fahrgastschifffahrt. Die notwendige Einzelgenehmigung erteile die Wasserbehörde beim Landkreis.

Die Fachleute der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) sind für die Herstellung der Schiffbarkeit zuständig. So entstehen laut LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber neben den Leiteinrichtungen und Verkehrszeichen auch mehrere „Wartestellen“ für die Wasserfahrzeuge. Nicht zuletzt müsse der Kanal gegen mögliche Schiffskollisionen gesichert werden.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen könne bis August 2018 abgeschlossen sein, so Steinhuber. „Im Anschluss erfolgen Funktionsprüfungen sowie behördliche Abnahmen“, ergänzt LMBV-Projektmanager Steffen Kowalick. Ingolf Ulrich von der Landesdirektion formuliert es so: „Erst wenn alle für die Schifffahrt relevanten Bestimmungen erfüllt sind und die diesbezügliche Abnahme erfolgt ist, liegen die Voraussetzungen für die Fertigstellung des Barbarakanals vor.“ Dies dürfte frühestens zum Saisonbeginn 2019 der Fall sein.