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Bahnsdorf holt sein Schnapszahl-Jubiläum nach

Am 28. Juni geboren, ist Gerti Schulze (im Kinderwagen) die jüngste Bahnsdorferin. An der Blumeninsel mit der Jubiläumszahl kam es Montagabend im Beisein von Mutter Michaela (r.), Vater Frank (3. v.r .) und Schwesterchen Fritzi (2. v. r.) zum großen Baby-Bestaunen. "Gut gelungen" attestierten Hans-Günter Kuß (l.), Lutz Freudenberg (2. v. l.) und Torsten Stenzel (3. v. l.).
Am 28. Juni geboren, ist Gerti Schulze (im Kinderwagen) die jüngste Bahnsdorferin. An der Blumeninsel mit der Jubiläumszahl kam es Montagabend im Beisein von Mutter Michaela (r.), Vater Frank (3. v.r .) und Schwesterchen Fritzi (2. v. r.) zum großen Baby-Bestaunen. "Gut gelungen" attestierten Hans-Günter Kuß (l.), Lutz Freudenberg (2. v. l.) und Torsten Stenzel (3. v. l.). FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Bahnsdorf. Eine gewisse Unruhe ist im Ort zu verspüren: Ein Rasenmäher rattert, Motorsensen und Heckenscheren summen. Der Ort wird schmuck gemacht fürs Dorffest am Wochenende. Einen Anlass haben die Einwohner auch gefunden: die urkundliche Ersterwähnung von 1462. uhd1

"Vor zwei Jahren gab es erste Gespräche, nachdem Bürgermeisterin Simone Abt beim Kramen in der Ortschronik auf das Schnapszahl-Jubiläum gestoßen ist", erzählt Torsten Stenzel, Vorsitzender des SV Blau-Weiß Bahnsdorf. Ortswehrführer Lutz Freudenberg gibt mit einem Augenzwinkern zu: "Das 550-jährige Bestehen ist irgendwie an uns vorbeigegangen." Sei`s drum, am Wochenende wird gefeiert und das verlorene Jubiläum fiktiv nachgeholt. Dass die Bahnsdorfer Party können, weiß Hans-Günter Kuß: "Früher hatten wir mit dem Gasthaus Gleiche und dem Zollhaus zwei Tanzlokale. Da war immer was los und das Interesse so groß, dass sogar zweimal Kirmes gefeiert wurde", erzählt der 80-Jährige. Gegenüber vom Zollhaus wohnend, kennt er sich mit früheren Begebenheiten der Kultgaststätte an der B 169 sehr gut aus. "Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gab es eine Freitanzdiele, eine Kegelbahn und eine Schießanlage. Wirtsleute und Bedienung mussten bei Veranstaltungen mit ihren Tabletts immer die damalige Reichstraße überqueren", so Kuß, der früher als Kfz-Elektriker gearbeitet hat. Mit seinen 80 Jahren noch immer passionierter Motorradfahrer, nahm er die Info eines Biker-Treffens am Sonntag (ab 10 Uhr) mit Freude zu Kenntnis.

Eine Präsentation der Jagdgenossenschaft Nord und ein unterhaltsames Gaudi-Turnier mit kuriosen Wettbewerbs-Disziplinen runden den Festsonntag ab. In Stimmung bringen wollen sich die Bahnsdorfer und Gäste bereits morgen ab 14 Uhr. Organisations-Chef Torsten Stenzel kündigt einen kurzweiligen Familiennachmittag an. Während sich Knirpse auf Spielplatz oder Hüpfburg tummeln, können Erwachsene beim Maßkrugschieben, Preisschießen, Kegeln und anderem ihre Geschicklichkeit testen. Einen Höhepunkt verspricht der Auftritt der fast schon legendären "Kulturisten". "Eine Laienspielgruppe mit Einwohnern aus Bahnsdorf, die sich immer wieder aus anderen Mitwirkenden zusammensetzt; je nachdem, welche Rolle besetzt werden muss und wer zur Verfügung steht", erklärt Lutz Freudenberg. Torsten Stenzel ergänzt, dass die Ursprünge der Kulturisten viele Jahre zurückliegen. "Schon zu DDR-Zeiten gab es Leute, die mit Tanz, Musik oder Sketchen zur Unterhaltung beigetragen haben. In diesem Jahr wollen die Kulturisten an einer Zeitmaschine drehen und das Publikum in die Vergangenheit entführen.

Für die musikalische Umrahmung zeichnen am Samstag der Spielmannszug Ruhland (17 Uhr) und die Trenddiskothek verantwortlich. Aus Chemnitz haben sich die "Söhne Mamas" angekündigt, die gegen 19 Uhr mit einer Comedy-Show aufwarten, bevor das Schwofen, Schlemmen und Schlürfen weitergeht.

Bahnsdorf besitzt eine Bahnhaltestelle, die selbst Besuchern aus Senftenberg oder Cottbus die bequeme An- und Abreise ermöglicht. Der Weg von der Haltestelle bis zu Sport- und Festplatz Richtung Lindenfeld beträgt rund einen Kilometer.