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Eisenbahnknoten
Endlich Licht im neuen Bahnhofstunnel

Hell, freundlich und mit Motiven von Reisezielen, die vom Bahnhof Ruhland aus erreichbar sind - so präsentiert sich der neue Personentunnel. Foto: Steffen Rasche
Hell, freundlich und mit Motiven von Reisezielen, die vom Bahnhof Ruhland aus erreichbar sind - so präsentiert sich der neue Personentunnel. Foto: Steffen Rasche FOTO: STEFFEN RASCHE / Rasche Steffen
Ruhland. Zwischen Baustelle und Fahrplan wird auf dem 70-Millionen-Euro-Großprojekt am Bahnhof Ruhland rotiert. Der Personentunnel ist freigegeben. Die elektronische Stellwerkstechnik geht zum Monatsende in Betrieb. Von Andrea Budich

Das Millionenprojekt Bahnhofsumbau steht unter Volldampf. Der jahrzehntelang verwaiste und heruntergekommene Bahnhof Ruhland wird seit gut anderthalb Jahren von der Bahn scheibchenweise zu einem modernen und leistungsfähigen Eisenbahnknoten umgebaut. Die Bahn investiert dafür 70 Millionen Euro. Das aktuell größte Infrastrukturvorhaben der Lausitz nimmt immer mehr Fahrt auf.

Seit Anfang Oktober ist ein wichtiges Zwischenziel geschafft. Die Tunnelbauer haben über den Sommer rangeklotzt. Der neue Personentunnel im Bahnhof Ruhland ist fertig gestellt und für die Nutzung freigegeben. Die täglich rund 1000 Zugfahrgäste müssen daher jetzt nicht mehr den alten Durchgang in katastrophalem Zustand benutzen. Ruhland ist für Reisende in die Richtungen Cottbus, Leipzig, Dresden und Hoyerswerda ein wichtiger regionaler Umsteigeknoten.

Die beiden Mittelbahnsteige sich bereits erneuert. Weiter geht es im kommenden Jahr mit den Bahnsteigen  in westlicher Richtung. Foto: Steffen Rasche
Die beiden Mittelbahnsteige sich bereits erneuert. Weiter geht es im kommenden Jahr mit den Bahnsteigen in westlicher Richtung. Foto: Steffen Rasche FOTO: STEFFEN RASCHE / Rasche Steffen

Erneuert und mit einem Wege- und Blindenleitsystem ausgerüstet präsentieren sich jetzt auch neu die zwei Mittelbahnsteige. Gebaut wurden eine Rampe vom Bahnhofsvorplatz und zwei neue Aufzüge zu den Bahnsteigen, die bereits für die Reisenden nutzbar sind.

Gleichfalls fertig sind die Bahnsteigdächer. Sie sind den historischen Dächern nachempfunden, die aus statischen Gründen leider nicht weiter verwendet werden durften. Dabei ist der östliche Teil der Bahnsteige für die Reisenden nicht mehr erkennbar. Sie sind nur noch als Behelfsbahnsteige ausgeführt. Im Verlauf des nächsten Jahres werden dann die verbleibenden Bahnsteige in westlicher Richtung aufgebaut.

Ende Oktober geht auch das neue elektronischen Stellwerk in Betrieb. Dafür wurden mehr als 50 große Lichtsignale aufgestellt, Gleise, Weichen und Signal- und Sicherungstechnik erneuert. Zur Inbetriebnahme des neuen Stellwerks wird der Eisenbahnknoten Ruhland ab Samstag nächster Woche voll gesperrt.

Fertiggestellt wird bis Oktober auch der erste Überbau der Eisenbahnbrücke über der Bernsdorfer Straße. Zeitgleich mit der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerkes wird er freigegeben. Anschließend erfolgt die Erneuerung des zweiten Überbaus der Brücke, die im Oktober 2018 in Betrieb gehen soll. Dann ist auch der Straßenausbau mit Absenkung der Fahrbahn abgeschlossen.

Ruhlands Stadtväter indes sind auf den rollenden Zug aufgesprungen und investieren selbst noch einmal zwei Millionen Euro für die Neugestaltung des lädierten Bahnhofsvorplatzes mit Wild-West-Parkplatz und Pfützenlandschaft. Er soll näher an den Bahnhof heranrücken, bekommt 100 geordnete Parkplätze und sechs Bushaltestellen. Baustart dafür ist noch in diesem Jahr. Das bestätigt der amtierende Amtsdirektor Christian Konzack. Nachdem die Stadt nach zähem Ringen mit der Bahn jetzt endlich Eigentümerin der Fläche ist, soll noch vor Weihnachten die alte Laderampe abgerissen und damit der lange erwartete Baustart vollzogen werden. An dieser Stelle wird Platz geschaffen für einen Behelfsparkplatz während der Bauzeit.