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Baggerballett am Sedlitzer See

Das Baggerballett am Sedlitzer See: 150 000 Kubikmeter Erde müssen hier bewegt werden.
Das Baggerballett am Sedlitzer See: 150 000 Kubikmeter Erde müssen hier bewegt werden. FOTO: Peter Radke/LMBV
Senftenberg. In Sichtweite vom Rostigen Nagel, dem Aussichtsturm des Lausitzer Seenlandes an der schiffbaren Seenkette in Kleinkoschen, arbeitet am gegenüberliegenden Ufer des Sedlitzer Sees ein flottes Baggerballett. Die Bergbausanierer des Unternehmens Reinhold Meister Wasserbau machen, ständig kontrolliert von Bau-Experten aus Rietschen, die Ostböschung der Innenkippe des Südfeldes Sedlitz des ausgekohlten Tagebaus flott. Kathleen Weser

Das neue Ufer wird profiliert. Dafür muss Gelände abgetragen und aufgefüllt werden. Mehrere Bagger bewegen die Erde.

Die Arbeiten laufen seit September und liegen gut im Zeitplan, bestätigt Ulrich Schönlein, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). "Ziel ist es, den 1,9 Kilometer langen Uferbereich des Sedlitzer Sees bodenmechanisch und hydromechanisch standsicher zu gestalten", erklärt er.

Nach dem Holzen und Roden wird der Uferbereich auf etwa 50 Metern Breite hergestellt. Gut 150 000 Kubikmeter Erde müssen bewegt werden. Auf 22 000 Quadratmetern Fläche werden Wasserbausteine verbaut. Zum Schutz vor dem Angriff der Wellen erfolgt im Anschluss auch eine Feinprofilierung, erklärt der Projektmanager.

Der tiefe Tagebaurandschlauch an der Nordböschung des Sedlitzer Sees wird teilweise aufgefüllt. 250 000 Kubikmeter Boden, die von den Inseln im Gewässer abgetragen werden, müssen dafür zielsicher verklappt werden. Nahe der Ortslage Lieske zeugt das Testfeld für die Böschungssicherung mit sandgefüllten Schläuchen (Geotubes) vom steinlosen Erfolg im Kampf gegen den zerstörerischen Wellenschlag. Die Bergbausanierer haben mit der Sanierungstechnologie im Revier absolutes Neuland betreten - und festen Grund erzeugt.