| 02:44 Uhr

Babyboom löst Kita-Engpass aus

Auch Hohenbockas Kinderhaus-Chefin Binetta Schröter (l.) meldet ein fast volles Haus. Von den 55 Kita-Plätzen sind derzeit 47 belegt. Damit gehört das Kinderhaus zu denen im Amt Ruhland, die noch einige wenige Kinder aufnehmen können.
Auch Hohenbockas Kinderhaus-Chefin Binetta Schröter (l.) meldet ein fast volles Haus. Von den 55 Kita-Plätzen sind derzeit 47 belegt. Damit gehört das Kinderhaus zu denen im Amt Ruhland, die noch einige wenige Kinder aufnehmen können. FOTO: Steffen Rasche/str1
Ruhland. Freie Kindergartenplätze sind im Amt Ruhland rar. Mit den steigenden Geburtenzahlen erwartet Amtsdirektor Roland Adler für Ruhland und Guteborn sogar Engpässe. Ein Wunsch-Kindergarten im Heimatort kann den Eltern nicht mehr garantiert werden. Andrea Budich

Der unerwartete Babyboom zwischen Sella, Lipsa, Ruhland und Jannowitz bringt die Mitglieder des Amtsausschusses ziemlich ins Schwitzen. Denn die vielen Kinderwagen auf dem Pflaster der Amtsgemeinden verknappen die Plätze in den insgesamt sechs Kindergärten innerhalb des Amtes. 68 Kinder sind im Vorjahr geboren worden. Das ist Rekord für die letzten sechs Jahre. 2014 gab es hingegen nur 50 Geburten.

In allen Häusern gibt es jetzt schon eine sehr hohe Belegung. "Die maximale Auslastung ist so gut wie erreicht", stellt Amtsdirektor Roland Adler fest. Betroffen davon sind vor allem die Kitas in Ruhland und Guteborn. Bei den "Spurensuchern" in Ruhland sind alle verfügbaren 185 Plätze belegt.

Kein einziges freies Stühlchen gibt es zudem bei den "Schlossgeistern" in Schwarzbach und im evangelischen Kindergarten Ruhland, beide Häuser in freier Trägerschaft. Aufgrund der Beinahe-Vollbelegung erwartet der Amtsdirektor spätestens im kommenden Jahr Einschränkungen bei der Kindergartenwahl der Eltern. "Jeder Wunsch wird künftig nicht mehr erfüllbar sein", erklärt er und verweist zugleich auf noch freie Plätze im "Kastanienbaum" in Grünewald und im Kinderhaus Hohenbocka. Die Eltern aus der Stadt müssten sich dann damit anfreunden, ihren Nachwuchs in einem Kindergarten in einem der Amtsdörfer betreuen zu lassen.

Positiver Nebeneffekt des Baby-Booms fürs Amt: alle sechs Kindertagesstätten, ob in kommunaler oder freier Trägerschaft, haben sicher bis ins Jahr 2020 Bestand. Das ist schwarz auf weiß im jüngst beschlossenen Kita-Bedarfsplan festgeschrieben. Noch vor Jahren hatte zumindest der "Kastanienbaum" in Grünewald gewackelt.

Um flexibel auf Betreuungsspitzen reagieren zu können, soll der Personalbestand aufgestockt werden. Für den Herbst sind fünf befristete Neueinstellungen vorgesehen. Bedauerlich aus Sicht der ehrenamtlichen Bürgermeister Gabi Theiss (Schwarzbach) und Detlef Ritter (Guteborn) ist das Fehlen von Tagesmüttern innerhalb des Amtsgebietes.

"Zur Komplettierung des Betreuungsangebotes würden wir das sehr begrüßen", rollt Amtsdirektor Adler möglichen Neueinsteigern schon vorab einen roten Teppich aus.