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Babyparade 2017 aus Lauchhammer
Baby-Boom braucht Hebammen

Der Baby-Reigen 2018 ist eröffnet. Die neuen Hebammen Kathleen Müller, Jana Kastner und Beatrice Handschack präsentieren die Neuankömmlinge der ersten Tage: (v.l.) Sophie aus Calau, Luise und Emilian (beide aus Arnsdorf) sowie Lotta aus Hörlitz.
Der Baby-Reigen 2018 ist eröffnet. Die neuen Hebammen Kathleen Müller, Jana Kastner und Beatrice Handschack präsentieren die Neuankömmlinge der ersten Tage: (v.l.) Sophie aus Calau, Luise und Emilian (beide aus Arnsdorf) sowie Lotta aus Hörlitz. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE
Lauchhammer. In Lauchhammer werden so viele Kinder geboren wie seit 28 Jahren nicht mehr. Das Klinikum Niederlausitz verstärkt das Hebammen-Team auf der Geburtsstation mit drei Neueinstellungen.

Von Andrea Budich

Der Baby-Boom im Krankenhaus Lauchhammer hält an, wenngleich es 2017 keinen neuen Rekord gab. Die 630 Kinder sind unterm Strich 59 weniger als im Vorjahr. Hochbetrieb auf der Geburtenstation mit drei vollen Kreißsälen gehört im Klinikum Niederlausitz seit sechs Jahren zum Klinikalltag. „Die Geburtenzahlen haben sich auf hohem Niveau eingepegelt“, bestätigt eine sichtlich zufriedene Chefärztin Astrid Wollbrandt.

Der Baby-Boom bleibt im Klinikum Niederlausitz ungebrochen und liegt im bundesweiten Trend. So viele Kinder wurden in Lauchhammer seit 28 Jahren nicht mehr geboren. Zum Tiefpunkt nach der Wende erblickten dort nicht einmal 400 Kinder das Licht der Welt.

Mit dem Andrang auf der Geburtsstation werden auch wieder mehr Hebammen gebraucht. Das Klinikum hat darauf reagiert und das jetzt elfköpfige Hebammen-Team mit drei Neueinstellungen verstärkt. Zu ihnen gehört Beatrice Handschack, die sich als Familienhebamme um die jungen Eltern auf der Station kümmert, sie unterstützt und gegebenenfalls Hilfe organisiert.

Bei der 2017er-Babyparade haben in Lauchhammer klar die Jungen (342) die Nase vorn. Mit 288 Mädchen sind die rosa Strampler leicht abgeschlagen. Die meisten Kinder werden in Lauchhammer an Dienstagen geboren. Im Monatsreigen haben sich der September mit 65 Babys und der Mai mit 63 Babys als die geburtenfreudigsten heraus kristallisiert. Im Dezember indes gab es nur 41 Geburten.

Ein Kreißsaal-Rekord wurde im Vorjahr mit elf Zwillingsgeburten aufgestellt. „Wir hatten noch nie mehr als zehn Zwillinge“, freut sich Chef-Hebamme Heike Kuropka über das doppelte Glück.

Die Mütter des Jahrgangs 2017 sind im Schnitt 30 Jahre alt, die jüngste war 16 Jahre jung, die älteste 45 Jahre. Ungebrochen bleibt auch im Vorjahr der Trend zu schweren Kindern. 54 Neugeborene waren schwerer als vier Kilogramm. Beim schwersten Baby zeigte die Waage im Kreißsaal stolze 4500 Gramm an. Auch eines der beiden Neujahrsbabys wog 4400 Gramm.

Mit 27 Prozent liegt die Kaiserschnitt-Rate in Lauchhammer noch unter dem Bundesdurchschnitt. Die Tendenz geht aber auch im Klinikum Niederlausitz nach oben.

Bei der Wahl der Vornamen setzten die Mütter aus der Region auf eine Mischung aus traditionellen und ausgefallen Namen. Namen-Hits des Vorjahres wie Lilly, Mia und Anni oder bei den Jungen Finn und Max wurden abgewählt. „Eltern sind verstärkt auf der Suche nach einmaligen, besonderen und immer auch wohlklingenden Namen“, sagt Heike Kuropka mit Blick ins Geburtenbuch. Was auffällt, sind die nordischen Namen, die wieder verstärkt gewählt werden.

Die meisten Eltern der 630 Babys aus dem Jahr 2017 kommen aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz, rund 25 Prozent aus Calau, Lübbenau, Lauta und Finsterwalde.