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| 13:57 Uhr

Lkw-Durchfahrtsverbot zwischen Cottbus und Senftenberg
Gewünschter Effekt an der B 169

 Lkw-Fahrverbot auf der B 169: Gerhard Düring, Sprecher der Interessengemeinschaft B 169, beobachtet den Verkehr vor seinem Grundstück in Klein Oßnig.
Lkw-Fahrverbot auf der B 169: Gerhard Düring, Sprecher der Interessengemeinschaft B 169, beobachtet den Verkehr vor seinem Grundstück in Klein Oßnig. FOTO: LR / Jan Augustin
Cottbus, Senftenberg. Auf der B 169 gilt jetzt ein Lkw-Durchfahrtsverbot zwischen Allmosen und Klein Oßnig – mit spürbar weniger Lastern auf der Strecke. Eine Kontrollstelle könnte bald eingerichtet werden. Von Jan Augustin

Gerhard Düring steht am Montagmorgen auf dem Gehweg vor seinem Grundstück, schaut nach links, dann nach rechts. „Der hat hier nichts zu suchen“, sagt er, als ein 40-Tonner mit polnischem Kennzeichen vorbeischeppert. Wenige Augenblicke später wieder ein großer Laster, und ein nächster. Viele Autos. Es ist laut.

Und dennoch: „Man spürt eine Verringerung“, sagt der Sprecher der Interessengemeinschaft B 169, die seit Jahren gegen den Krach an den Ortsdurchfahrten zwischen Allmosen und Klein Oßnig ankämpft, mehrfach vor Gericht gezogen ist und Lärmschutzurteile erstritten hat.

B 169: Reaktion der Anwohner auf Lkw-Fahrverbot

Seit Montag nun gilt auf dem Abschnitt zwischen der Autobahnabfahrt Cottbus-West und Allmosen ein Brummi-Durchfahrtsverbot. Zwar dürfen sie von Süden aus kommend bis nach Klein Oßnig fahren und von Norden bis nach Allmosen. Eine komplette Durchreise aber, etwa von Cottbus bis nach Senftenberg, ist für die großen Laster jetzt tabu.

 Kurz vor Allmosen weist ein Verkehrsschild auf das Laster-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Bis Klein Oßnig dürfen Lkw aber fahren.
Kurz vor Allmosen weist ein Verkehrsschild auf das Laster-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Bis Klein Oßnig dürfen Lkw aber fahren. FOTO: LR / Jan Augustin

Was bei lärmgeplagten Anwohnern verhaltenen Optimismus auslöst (Düring: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“), wird von Unternehmern kritisch beäugt. Für die regionale Wirtschaft soll das Verbot angeblich Mehrkosten von zehn Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Das will die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus errechnet haben. Die Summe ergäbe sich durch die längere Wegstrecke von mindestens 33 Kilometern über die Autobahn, die mit höherem Kraftstoffverbrauch und einer höheren Lkw-Maut einhergehen sollen.

„Grundsätzlich begrüßen wir, dass die ursprüngliche Lkw-Vollsperrung der B 169 vom Tisch ist“, teilt IHK-Vizepräsident und Logistikunternehmer Jürgen Hampel mit. „Jedoch werden die Mehrkosten nicht alle Logistikunternehmen in der Lausitz dauerhaft überleben“, warnt Hampel. Die jetzige Situation sei ein „herber Kompromiss auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner“.

Er kritisiert, dass mit der Sperrung generell ein falsches Signal gesetzt werde und fordert, dass die Planungen für die sieben noch fehlenden Ortsumgehungen zwischen Cottbus und Schwarzheide „viel schneller“ durch das Land Brandenburg angegangen werden müssen.

Auswirkungen des Lkw-Fahrverbots auf Betriebe

Das fordert auch Ralf Heinrich, Leiter einer Lkw-Werkstatt an der B 169 bei Drebkau. Transit-Laster machen bei ihm „so gut wie gar nicht“ halt. Die Kundschaft käme vor allem aus der Region. Er befürchtet dennoch Auswirkungen auf seinen Betrieb, da für Spediteure seiner Meinung nach „neue Hindernisse“ geschaffen werden. „Da habe ich Bauchschmerzen – das ist unternehmensschädigend“, sagt er.

 Kurz hinter Cottbus, an der Autobahnauffahrt West, weist ein Verkehrsschild auf das Lkw-Durchfahrtsverbot an der Bundesstraße 169 hin.
Kurz hinter Cottbus, an der Autobahnauffahrt West, weist ein Verkehrsschild auf das Lkw-Durchfahrtsverbot an der Bundesstraße 169 hin. FOTO: LR / Jan Augustin

Der Erfolg der Maßnahme ist von vielen Faktoren abhängig, sagt Grit Klug, 1. Beigeordnete im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. „Die Einhaltung und Kontrolle des Durchfahrverbotes gehören ebenso dazu wie ein umfangreiches Monitoring.“ Wichtig sei es, den Transitverkehr auf der Autobahn zu halten und möglichen Ausweichverkehr über andere Routen zu verhindern. „Denn was nützt eine Entlastung entlang der B 169, wenn sich die Lkw-Fahrer andere Ausweichstrecken, beispielsweise von Bronkow über Calau nach Vetschau, suchen“, so Klug.

Kontrollstelle für Lkw-Fahrverbot an B 169

Eine feste Kontrollstelle war am Montag noch nicht eingerichtet. Die Polizei ist aber verstärkt unterwegs gewesen, bestätigt Polizeisprecher Torsten Wendt. An diesem Dienstag könnte so ein Platz in der Nähe des „Autolandes“ bei Klein Gaglow besetzt sein, stellt Wendt in Aussicht.

Für Gerhard Düring aus Klein Oßnig sind regelmäßige Kontrollen der entscheidende Faktor. Allerdings habe er Bedenken, dass die Polizei dafür die nötige Kraft aufbringen kann.