Wer mit dem Auto von Senftenberg nach Cottbus will, kommt um die B 169 nicht herum. Die rund 32 Kilometer lange Verbindung bildet die kürzeste Strecke zwischen beiden Universitätsstädten. Eine Tour dauert ungefähr eine gute halbe Stunde.

Noch vor einem halben Jahrzehnt mussten die Autofahrer wesentlich mehr Zeit einplanen. Denn damals quälte sich der Verkehr durch Drebkau und insbesondere durch die beiden engen Eisenbahnbrücken. Darüber hinaus machten drei Ampeln den Fahrzeugführern das Leben nicht gerade einfacher. Und vor über sechs Jahren dauerte die Fahrzeit noch ein Stückchen länger. Damals ging es über die Senftenberger Bahnhofstraße und anschließend über die kurvenreiche Strecke nach Sedlitz und weiter in Richtung Cottbus.

Inzwischen sind die beiden Nadelöhre Senftenberg und Drebkau Geschichte. Während der Verkehr seit dem 22. September 2008, einem verregneten Montag, um Senftenberg herumrollt, erfolgte die Freigabe der Drebkauer Ortsumfahrung am 14. Dezember 2009. Also morgen auf den Tag genau vor fünf Jahren.

Um letztgenanntes Datum gab es Ende 2009 übrigens noch einen handfesten Streit zwischen dem damaligen Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese und dem ehemaligen Drebkauer Bürgermeister Harald Altekrüger. Der Kreischef hatte damals beklagt, dass die Trasse durchaus früher hätte eröffnet werden können. Angeblich sei der volle Terminkalender der Politprominenz für die Freigabe erst kurz vor Weihnachten verantwortlich gewesen.

Altekrüger wiederum warf Friese vor, dass er das Straßenbauvorhaben lange Zeit abgelehnt habe. Pikant: Im Frühjahr 2010 beerbte Harald Altekrüger Dieter Friese als neuer Landrat im Forster Kreishaus. Auch um die Senftenberger Ortsumfahrung hatte es jahrelange Diskussionen gegeben. Bereits aus dem Jahr 1993 resultierten erste Planungen. Doch stellte der Baugrund die Fachleute vor massive Herausforderungen. Schließlich verläuft ein nicht unerheblicher Teil der Trasse über geschütteten Boden, der zuvor erst standsicher gemacht werden musste.

16 Millionen Kubikmeter Kippengrund wurden in diesem Zuge verdichtet, teilt die Bergbausaniererin LMBV mit. So verwundert es nicht, dass das Vorhaben mit insgesamt 76 Millionen Euro zu Buche schlug.

Noch vor ein paar Jahrzehnten war eine Fahrt von Senftenberg nach Cottbus weitaus beschwerlicher. Ältere Einheimische erinnern sich sicher noch an jene Zeit, als Senftenberg über die Spremberger Straße gen Bezirksstadt verlassen werden musste. Damals führte die Fernverkehrsstraße 169 durch Reppist, das in den 1980er-Jahren teilweise dem Tagebau Meuro weichen musste.

Berüchtigt war der Reppister Tunnel unter der Bahntrasse. Darüber hinaus sorgten weitere drei Brücken in unmittelbarer Nähe nicht gerade für einen zügigen Verkehr. Denn nicht selten kam es vor, dass ein größeres Fahrzeug dort hängen blieb.

Nur ein paar Kilometer weiter waren dann in Sedlitz Staus der in Richtung Großräschen abbiegenden Autos an der Tagesordnung. Anlass bildete der dortige Bahnübergang. In den 1980er-Jahren entstand die bis heute bestehende Trasse, die in Senftenberg an der Apotheke von der Bahnhofstraße abzweigt. Damit war zunächst die Tunnelproblematik Geschichte.

Doch noch immer kämpfen Autofahrer auf der B 169 mit mehreren Nadelöhren. Beispielsweise die enge Ortsdurchfahrt Allmosen. Dort kämpfen die Anwohner seit Langem um eine Umfahrung. Ob und wann sie kommt, weiß derzeit niemand genau.

Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings im benachbarten Sedlitz: Im Ort startet im kommenden Jahr der Ausbau der B 169-Ortsdurchfahrt. Allerdings mit einer zusätzlichen Ampel am Bahnhof.