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B 169-Baustart steht in den Sternen

Der Bau des Kreisverkehrs zwischen Lauchhammer-Süd und -West kommt voran. Derzeit wird die alte Trinkwasserhauptleitung aus Asbestbeton durch eine Gussleitung ersetzt. Durch den Ausbau der B 169 wird der Kreisel noch an Verkehrsbedeutung gewinnen.
Der Bau des Kreisverkehrs zwischen Lauchhammer-Süd und -West kommt voran. Derzeit wird die alte Trinkwasserhauptleitung aus Asbestbeton durch eine Gussleitung ersetzt. Durch den Ausbau der B 169 wird der Kreisel noch an Verkehrsbedeutung gewinnen. FOTO: Mirko Sattler
Ruhland/Lauchhammer. Der Ausbau der Bundesstraße 169 zwischen Ruhland und Plessa sollte laut ursprünglichen Vorstellungen des Landes im Gange sein. Derzeit scheint fraglich, ob überhaupt in diesem Jahrzehnt der erste Spatenstich gesetzt wird. Manfred Feller

Die Antworten des Ministeriums für In- frastruktur und Landesplanung auf eine sogenannte Kleine Anfrage dreier CDU-Landtagsabgeordneter zum Ausbau der B 169 im Landessüden sind ernüchternd: Demnach befinde sich das Vorhaben erst in der Entwurfsbearbeitung. Es sei denkbar, dass das Baurechtsverfahren ab den Jahren 2016/17 eingeleitet werden kann. Nach dessen Abschluss werde der Bau vorbereitet.

"Der Start wird wohl wieder um Jahre verschoben - noch länger als gedacht. Mittlerweile halte ich es für unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahrzehnt mit den praktischen Arbeiten begonnen wird. Das ist sehr enttäuschend", sagt der Ortrander Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben. Er und seine CDU-Fraktionsmitglieder Anja Heinrich und Rainer Genilke aus dem ebenfalls betroffenen Nachbarlandkreis Elbe-Elster hatten die Landesregierung um eine aktuelle Stellungnahme gebeten. "Wir bleiben dran, werden den Ausbau im Fachausschuss immer wieder thematisieren und die Landesregierung auffordern, sich gegenüber dem Bund als Geldgeber klar zu artikulieren", will Ingo Senftleben nicht locker lassen.

Baustart sollte 2013 sein

Die RUNDSCHAU hatte im August 2009 Informationen des Landesbetriebes Straßenwesen öffentlich gemacht, wonach das 14,5 Kilometer lange Teilstück der Leipzig-Lausitz (Leila)-Süd-Trasse B 169/B 101/B 183 zwischen der Autobahnanschlussstelle Ruhland und Plessa in zwei Abschnitten in den Jahren 2013 bis 2016 ausgebaut werden sollte. Bei Leila handelt es sich um eine infrastrukturell wichtige Verbindung zwischen den Wirtschaftszentren der Lausitz und dem boomenden Leipziger Raum.

Die vom Bund zu tragenden Baukosten werden derzeit vom Infrastrukturministerium in Potsdam mit etwa 40 Millionen Euro angegeben. Das Land selbst habe bisher ungefähr 900 000 Euro in die Planungen investiert. Für die Realisierung sei man von der Mittelfreigabe durch den Bund abhängig.

War ursprünglich vorgesehen, zum besseren Überholen auf der neuen B 169 möglichst viele dreistreifige Abschnitte anzulegen, so soll dieser Ausbaugrad inzwischen reduziert worden sein. Nach Kenntnis des Landtagsabgeordneten Ingo Senftleben sollen nur noch 20 Prozent der Strecke Ruhland - Plessa die wechselnde Überholspur erhalten. "Das war ursprünglich so nicht geplant", kritisiert der Ortrander mit Blick auf die endlosen Fahrzeugkolonnen und nicht hinnehmbar langen Fahrzeiten vor allem im Berufsverkehr bei weiter zunehmender Lkw-Belastung. "Die normale Erneuerung der Bundesstraße bringt nicht den erhofften Effekt", bemängelt er weiter.

Die Stadt Lauchhammer setzt sich seit Jahren auch im Interesse der lokalen Unternehmen und der Pendler für den Ausbau der B 169 ein. Auch Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) ist darüber informiert, dass die dreistreifige Variante nicht mehr die Norm, sondern die Ausnahme werden könnte. Begründet wird dies mit den zu kurzen Abständen zwischen den einzelnen Abfahrten. Davon soll allerdings die eine oder andere geschlossen bzw. ersetzt werden. "Ansonsten bleibt sehr wohl unsere Forderung nach dreistreifigem Ausbau bestehen", so Roland Pohlenz.

Straße hält Hochwasser zurück

Gute Nachrichten vom zuständigen Ministerium gibt es hingegen zum Ausbau der B 169 als zweite Hochwasserverteidigungslinie neben dem Deich der Schwarzen Elster. Zwischen Lauchhammer und Plessa soll der Straßenkörper um einen Meter angehoben werden. Das Konzept sei mit dem Landesumweltamt abgestimmt.

Diese Forderung hat laut Bürgermeister Roland Pohlenz auch Lauchhammer in seiner Stellungnahme zu den Überschwemmungsgebieten bekräftigt. Allerdings, so sagt er, müssen die Durchlässe, wie der Binnengraben unter der B 169, beachtet und Wehre eingebaut werden.