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| 16:48 Uhr

Aus dem Gerichtssaal
Automatensprenger bleibt im Knast

Senftenberg. Das Amtsgericht Senftenberg hat einen Intensivtäter zu weiteren zwei Jahren verurteilt. Von Jan Augustin

Weil er einen Zigarettenautomaten in Brieske in die Luft gejagt hat, muss ein Mann (32) aus Hoyerswerda zwei weitere Jahre im Gefängnis verbringen. Das Amtsgericht in Senftenberg hat den Intensivtäter jetzt verurteilt. In der Verhandlung gab der Mann zu, mit seinem Kumpel im September 2016 den Automaten an der Mojito-Bar mit einem Polenböller zur Explosion gebracht zu haben, um sich mit dem zu erwartenden Geld Drogen kaufen zu können. Doch habe er weder Geld noch Zigaretten erbeutet. Während sein Kumpan von der Polizei noch vor Ort festgenommen wurde, habe er sich im Gebüsch versteckt. „Dann bin ich stiften gegangen“, schildert er. Vor Gericht hat ihn letztlich sein Freund gebracht, der ihn als Mittäter verraten hat.

Für den gelernten, seit 2014 arbeitslosen Maler verlängert sich mit dieser Strafe die Zeit im Gefängnis empfindlich. Derzeit sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Bautzen ein - Strafende hier ist Dezember 2020. Im Bundeszentralregister ist er mit zehn Eintragungen vertreten. Die Palette ist breit und reicht von Drogenbesitz über Unterschlagung und Diebstahl bis hin zu Körperverletzung. In seinem letzten Wort beteuert er: „Ich möchte mich entschuldigen. Ich werde jetzt auf jeden Fall einen Schlussstrich ziehen.“ Vor zehn Jahre habe er mit Crystal angefangen. Nun sei er drogenfrei - im Gefängnis nehme er Suchtberatungen in Anspruch und beteilige sich an Therapiemaßnahmen.

Für Strafrichter Harald Rehbein steht der Fall für ein typisches Ende einer Crystalkarriere. Strafmildernd hat er das klare Geständnis bewertet. Die vielen Vorstrafen fallen negativ ins Gewicht. Das Urteil des Schöffengerichts liegt genau in der Mitte zwischen den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Während Rechtsanwalt Armin Krahl anderthalb Jahre als für ausreichend befand, forderte Staatsanwalt Martin Mache ein Jahr mehr.