In den 1960er-Jahren kam Klaus Uhl berufsbedingt aus dem Vogtland in die Niederlausitzer Region um Lauchhammer. Anfangs war er als Assistenzarzt im Krankenhaus Lauchhammer und danach mehrere Jahrzehnte bis zum Ruhestand als praktizierender Allgemeinmediziner in Grünewalde tätig. Parallel zu seiner medizinischen Tätigkeit suchte Uhl frühzeitig den Ausgleich in der Natur. Daraus wurde schließlich ein ernsthaftes ehrenamtliches Engagement. Seine wenige Freizeit widmete er dem Schutz und der Betreuung des „Grauen Kranichs“ mit nationalem und internationalem Stellenwert. Nicht zuletzt konnte er auch die jüngere Generation für Schülerexkursionen, Beobachtungen und Themen des Umweltschutzes begeistern.

Mehr als eine Million Kraniche erfasst

Durch seine langjährigen Erfassungen zum Rast- und Zugverhalten des Kranichs erkannte Uhl die Bedeutung der Bergbaufolgelandschaft für den Natur- und Artenschutz. Vermutlich wurden von ihm bisher über eine Million Kraniche während der Herbstzüge erfasst. Zielgerichtet brachte er diese Erfahrungen bei der Gestaltung von Schutzgebieten und Kranichrastgewässern mit ein. Insbesondere führten seine fachlichen Anregungen bereits zu DDR-Zeiten im Jahr 1981 zur Vorbereitung der Unterschutzstellung der Naturschutzgebiete „Welkteich“ und „Seewald“ im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Gegenwärtig zielen seine Bemühungen auf die Nachhaltigkeit des Kranichrastplatzes „Grünhaus“ im Nachbarlandkreis Elbe-Elster.

Nach 1990 übernahm Uhl zusätzliche ehrenamtliche Verantwortung als Regionalkoordinator für Südbrandenburg im Rahmen der Arbeitsgruppe „Kranichschutz Deutschland“. Er trat dem Nabu-Regionalverband Senftenberg bei und wurde dort 2002 Vorstandmitglied. Mit Eintritt in den Ruhestand 2003 widmete sich Uhl vollständig dem Naturschutz. Er wurde 2008 als Mitglied des Naturschutzbeirates der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises berufen und übernahm auch dessen Vorsitz für über zehn Jahre.

Klaus Uhl kauft das Restloch 78 bei Grünewalde

Besonders hervorzuheben sind seine Anstrengungen zum Flächenerwerb für naturschutzrelevante Bereiche. Uhl erkannte die Bedeutung des Flächeneigentums als wirksame und nachhaltige Sicherung für den Naturschutz und ging dabei mit privatem Beispiel voran. Er erwarb ein mehrere Hektar umfassendes Gewässer der Bergbaufolgelandschaft, das Restloch 78 bei Grünewalde. Auch der Nabu Senftenberg wurde durch seine Anregung für Flächenübernahmen sensibilisiert, sodass 2007 die „Wuppen“ bei Ruhland (elf Hektar) sowie 2010 die „Neuteiche“ bei Lauchhammer (75 Hektar) in Verbandseigentum übergingen. Seither werden die Gebiete vom Nabu durch weiterführende Strukturierungsmaßnahmen schrittweise entwickelt und weiter aufgewertet.

Frau engagiert sich beim Fledermausschutz

Durch seine Ehefrau Giesela fand Klaus Uhl nicht nur Unterstützung, sondern eine echte Mitstreiterin auf dem Gebiet des Fledermausschutzes. Gemeinsam bereiteten sie zudem eine internationale Kranichtagung vor, die 2012 in Grünewalde mit großem Erfolg stattfand. Die Uhls nahmen gemeinsam an zahlreichen Fachtagungen und Exkursionen im Inland und europäischen Ausland teil.

Klaus Uhl wirkte darüber an Großvorhaben mit. Beispielhaft waren Änderungsvorschläge bei der Trassenfindung der Erdgastrasse Opal und Anregungen für Ausgleichsmaßnahmen, sodass auf seine Kompetenz Jahre später für die Paralleltrasse der Eugal wiederholt zurückgegriffen wurde.

Landrat Siegurd Heinze (l.) zeichnet Klaus Uhl (r.) mit dem „Ehrenbeirat Naturschutz“ aus. Zu den Gratulanten zählen die Kreistagsvorsitzende Martina Gregor-Ness (2.v.l.), der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Ferry Richter (2.v.r.) und die Erste Beigeordnete Grit Klug (nicht im Bild).
© Foto: Foto: Sarah Werner

Bereits mehrere Preise für das Ehepaar Uhl


Das Ehepaar wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Der damalige Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) verlieh dem Eheleuten Uhl im Jahr 2009 den Umweltpreis des Landes Brandenburg für ihr langjähriges Engagement im Natur- und Artenschutz. Im Jahr 2016 wurde das Ehepaar Uhl mit der „Goldenen Ehrennadel“ des Nabu vom Landesverband Brandenburg gewürdigt.

Seit der Tagung „25 Jahre Naturschutz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz“ im Oktober 2015 verleiht der Landkreis jährlich den Titel „Ehrenbeirat“ für die Lebensleistung im Naturschutz. In den vergangenen Jahren wurden bereits ausgezeichnet: 2015 Reiner Sowa aus Senftenberg und Siegfried Bernd aus Calau (verstorben 2019), 2016 Helmut Jentsch aus Zinnitz, 2017 Werner Blaschke aus Lauchhammer und 2018 Winfried Böhmer aus Vetschau.