Von Mirko Sattler

Der Lauchhammeraner Verein „Vereinigung der Kanarien- und Exotenzüchter Lauchhammer“ hat zum achten Mal in Tettau eine Exotenschau ausgerichtet. „In 64 Volieren und 24 Glasvitrinen sind die Tiere, angefangen vom Ara bis zu den Finken, zu sehen. Zwölf Aussteller stellen ihr Hobby vor“, sagt Vizevorsitzender und Ausstellungsleiter Hartmut Naumann. Alle präsentierten Tiere stammen ausschließlich aus deutscher Nachzucht. Kein Vogel wurde etwa der Wildnis seines jeweiligen Herkunftskontinents entnommen.

Mit rund 100 Tieren ist die Vogelbörse gut gefüllt. „Hier gibt es Tiere für zehn Euro zu kaufen, aber auch welche die schon mal 100 oder 500 Euro kosten“, sagt Hartmut Naumann. Der Experte hat auch gleich Tipps für einen Zuchtbeginn parat. Demnach sollte man mit kleinen Tieren wie Wellensittichen und Zebrafinken anfangen und sich dann langsam steigern. Für krummschnäblige  Vögel bedarf es zunächst Genehmigungen vonseiten des  Kreistierarztes und der Naturschutzbehörde sowie einer ausreichend großen Voliere.

Gleich nach der Wende fing Fachmann Wolfgang Löwe mit der Vogelzucht an.  „Als Junge war ich immer fasziniert von Papas Tieren. Da ich im Neubau wohnte, konnte ich nur Wellensittiche halten. Erst als ich einen Garten besaß, bin ich auf Stanley- und Bergsittiche umgestiegen“, erzählt der heute 65-Jährige. Mit seinem Hausbau wuchs auch die Größe und Anzahl der Vögel. „Heute habe ich insgesamt 22 Vögel, die pärchenweise in meinen sechs Volieren wohnen“, erzählt der Schradener.

Mehrere Stunden am Tag verbringe der Rentner mit seinen Kakadus, Grau-, Kongo-, und Rosapapageien. Das wohl Schönste sei, wenn seine Lieblinge Laute nachahmen. „Sie nennen schon mal meinen Namen, der dann so klingt, als würde mich meine Frau rufen. Sie ahmen auch Klingeltöne nach“, erzählt der Vogelliebhaber. Spezielles Futter bekämen seine Papageien nicht. Äpfel, Löwenzahn und Nüsse sowie Großsittichfutter seien die Hauptbestandteile. Sonnenblumenkerne seien indes nicht so gut, weiß Wolfgang Löwe.

Obwohl das Zuchtjahr 2019 nicht so war wie erwartet, ist Wolfgang Löwe nicht allzu enttäuscht. „Meine Vögel haben zwar viele Eier gelegt, doch nicht aus jedem ist ein Jungvogel geschlüpft“. Zudem könne er nicht alle Tiere selbst behalten. Bei Kaninchen oder Hühnern dürfen diese geschlachtet werden. Doch bei exotischen Vögeln? „Ich verkaufe meine Nachzucht nur an Privatleute, jedoch nicht an Händler. Bisher bin ich mit meiner Einstellung gut gefahren. Für eine zahme Handaufzucht eines Graupapageis muss man schon mal 800 Euro hinlegen“, weiß der Vogelzüchter.  Mit dem Lauchhammeraner Gastgeberverein verbindet den Schradener eine jahrelange Partnerschaft: „Ich unterstütze ihn schon ewig mit einem Gastauftritt bei dessen Ausstellung“, resümiert der Exotenliebhaber.