Hat sich unweit des Aussichtsturms Rostiger Nagel einst eine mittelalterliche Siedlung befunden? Dieser Frage gehen derzeit mehrere Archäologen nach. Denn im Zuge der bis März 2021 anhaltenden Böschungssanierung in diesem Bereich erfolgen unweit des Süd- und Südwestufers des Sedlitzer Sees Ausgrabungen.

Als spektakulär will René Methner von der Cottbuser Firma „Archäologische Bau Begleitende Untersuchungen“ (ABBU) die bisherigen Fundstücke zwar nicht bezeichnen. Dennoch haben die Experten knapp eine Handvoll uralter Scherben ausgegraben. Diese datiert Methner ins Spätmittelalter. Sein Kollege Lars Ruhnow ergänzt, dass es sich um gebrannte Keramik aus dem 14. oder 15. Jahrhundert handele. Die Fundstücke müssten erst genauer unter die Lupe genommen werden. „Möglicherweise sind es Siedlungsreste. Aber das ist derzeit reine Spekulation“, schränkt Ruhnow ein.

Im August neue Grabungen im Seenland

Als sicher gilt indes, dass die Männer hier und dort Teile des ursprünglichen, vorbergbaulichen Boden gefunden haben. Im Vorfeld des Tagebaus Sedlitz war neben dem Wald auch der darunter befindliche Mutterboden abgezogen worden. Das Problem: Zu DDR-Zeiten wurden historische Funde oft nur notgeborgen. Soll heißen, dass die Artefakte meist nur dann gefunden worden, wenn sie zufällig mit ausgegraben wurden. Daher gebe es darüber kaum entsprechende Unterlagen.

Im August wollen die Cottbuser Archäologen wieder im Lausitzer Seenland graben. Dann geht es um Untersuchungen im Zuge eines zu bauenden Wirtschaftsweges westlich des Sedlitzer Sees, ebenfalls in der Nähe des Rostigen Nagels.