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| 02:44 Uhr

Ausgebüchste Zirkuskamele werden zu Internet-Stars

Georg Frank und Sohn Robin nehmen's mit Humor. Die beiden aus der Mongolei und Sibirien stammenden Kamele haben am Mittwoch eine Spritztour durch Senftenberg gemacht.
Georg Frank und Sohn Robin nehmen's mit Humor. Die beiden aus der Mongolei und Sibirien stammenden Kamele haben am Mittwoch eine Spritztour durch Senftenberg gemacht. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Mit dem Kommentar "Du bist ein echter Senftenberger, wenn du morgens am Bahnhof denkst, du träumst noch, weil da zwei Kamele rumstehen" sorgt derzeit ein Video auf Facebook für Furore. Gedreht hat es offenkundig ein Busfahrer, der am Mittwochmorgen am Busbahnhof ankommt. Jan Augustin

Der Beitrag ist hundertfach angeschaut und kommentiert worden. Zu sehen sind: zwei Kamele, die etwas irritiert umherlaufen. Ein Foto zeigt die beiden Tiere mitten auf der Bundesstraße 169, in der Nähe von McDonald's. Sie ziehen eine Autoschlange hinter sich her. Die Fotografin nimmt's mit Humor: "Angeblich hat ein Scheich vor, den Lausitzring zu kaufen und ist heute mit seinem Gefolge in Senftenberg eingeflogen." Auch die meisten anderen Bewertungen sind lustiger Natur: "Beißen die dann ein Loch in meinen Fahrschein", fragt eine Frau. Eine andere: "Hier ist was los."

Mit einem Lächeln hat am Donnerstag auch der Besitzer der Tiere reagiert. "Es heißt zwar ‚du blödes Kamel' - aber unsere sind intelligent", sagt Zirkusdirektor Georg Frank. Mit seinem Circus Henry macht der Familienbetrieb gerade auf dem Senftenberger Laugkfeld Station. Ab diesem Freitag bis kommenden Dienstag gibt es sieben Vorstellungen zu erleben - mit dabei sind auch die beiden ausgebüchsten Kamele. Beim Aufbau ihres Geheges sei der Strom am Zaun noch nicht angeschlossen gewesen. "Das haben sie gemerkt und haben eine Spritztour gemacht", erläutert der 69-Jährige. Passiert sei nichts. Er sei mit dem Auto und eingeschalteten Warnblinkern hinterhergefahren. Und auch die Polizei habe freundlich geholfen. "Die haben sehr gut reagiert", sagt der aus dem thüringischen Apolda stammende Georg Frank.

Mit seiner 22 Mann starken Familie ist Georg Frank ständig auf Achse. Der Ur-Ur-Großvater habe den Zirkus im Jahr 1912 ins Leben gerufen. "Wir sind nicht das größte, aber eines der ältesten Zirkus-Unternehmen", sagt der Chef, der den Zirkus in siebenter Generation leitet, stolz. Nun hofft er, dass durch die unfreiwillige Werbung auch möglichst viele Besucher den Weg ins Zelt finden. Es soll sich lohnen, sagt er: "Wir zeigen Tierdressuren, die kein anderer Zirkus bei sich in der Arena hat."

Zum Thema:
Von Freitag, 7. April, bis Dienstag, 11. April, heißt es auf dem Festplatz Laugkfeld "Manege frei". Unter dem Motto "Spaß, Spannung, Spitzenklasse" präsentiert der Circus Henry Höhepunkte, die keinen Vergleich mit internationalen Manegen scheuen müssen. Vorstellungen: Freitag, Montag, Dienstag 15 Uhr; Samstag 15 und 19 Uhr; Sonntag 11 und 15 Uhr.