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| 13:41 Uhr

Ausbildungsmesse in Senftenberg zieht viele junge Leute an
Die Zukunft in der Heimat planen

 Sandro Schönfelder, Anwärter des Berufes des Zollinspektors, hat am gut besuchten Stand des Zolls alle Hände voll zu tun.
Sandro Schönfelder, Anwärter des Berufes des Zollinspektors, hat am gut besuchten Stand des Zolls alle Hände voll zu tun. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Viele Unternehmer haben in der Niederlausitzhalle ihre zukünftigen Azubis getroffen. Von Peter Aswendt

Schon am Vormittag ist die Senftenberger Niederlausitzhalle gut besucht. Circa 3000 Besucher schlängeln sich durch die Reihen der Aussteller, die mit allerhand Interaktionen um ihren Berufsnachwuchs werben. Mit einem aufwendigen Stand präsentiert sich der Technologie- und Lifecycle-Partner Neways aus Riesa. „Wir sind schon neun Jahre in Senftenberg dabei“, verrät Helge Kühnel, Ausbildungschef im Elektronikunternehmen aus Riesa. Gesucht werden Berufsstarter, die ein duales Studium machen wollen, aber auch jene, die Facharbeiter im Elektronik-, kaufmännischen oder Informatikbereich werden wollen. „Wir bewegen uns vorrangig in Südbrandenburg mit unserer Personalakquise, da wir in Richtung Dresden sehr große und starke Mitbewerber auf dem Arbeitsmarkt haben“, so Helge Kühnel.

Aus Brandenburg und Sachsen kommen die meisten Unternehmen nach Senftenberg. Polizei, Bundeswehr und Zoll werben deutschlandweit. Trotzdem ist das Motto: „Bleibe Lausitzer“ das tragende Credo der Messe. „Wir freuen uns auch, dass immer mehr Aussteller mit anspruchsvollen Aktionen oder Promotion um die Aufmerksamkeit der jungen Leute ringen“, zeigt sich Bianca Tilch, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung Elbe-Elster und Messorganisatorin, begeistert. Mit den 112 Ausstellern kann sie auch auf einen leichten Anstieg bei der Beteiligung verweisen.

Ganz zünftig mit Motorradhelm sind Laura Nitschke (17) und Jennifer Noack (19) aus Senftenberg auf der Messe unterwegs. Die beiden Freundinnen sind nicht zum ersten Mal auf Erkundungstour: „Ich habe schon eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich begonnen, das war aber nicht das Richtige“, beschreibt die 18-jährige Jennifer ihre bisherige Ausbildungszeit. Sie hat sich für eine Neuausrichtung ihres Berufslebens in Richtung Sozialassistentin entschieden. „Ich hatte gute Gespräche mit vielen Anbietern, und vielleicht mache ich auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim ASB“, zeigt sich die junge Frau optimistisch. Ihre Freundin und stolze Fahrerin einer Zipp Raven Lux, einem 125 Kubikzentimeter Motorrad, ist seit drei Jahren regelmäßige Besucherin der Ausbildungsmesse. Die 17-jährige Gymnasiastin möchte in den Polizeidienst oder zur Bundeswehr: „Ich finde die Berufe dort schon immer sehr interessant und daher schaue ich mir bis zu meinem Abitur jedes Jahr an, was sich für mich dort für Möglichkeiten ergeben.“ Die beiden jungen Frauen sind sich sicher, dass trotz zahlreicher Onlineangebote der persönliche Kontakt und der Erfahrungsaustausch immer noch sehr wichtig bei der Jobwahl sind.

Mit einem Apfelkorb auf Promotiontour sind Melli Schneider und Eric Georgie von der Schkola Ergodia aus Zittau: „Wir wollen mit unserer Aktion für unsere Ergotherapieschule werben“, so die beiden Azubis, die selbst den Beruf des Ergotherapeuten erlernen. „Wir finden es richtig, dass wir mit den potenziellen Azubis selbst in Kontakt treten, denn wir geben unsere Erfahrung mit der Ausbildung aus der Sicht des Azubis weiter“, sind sich beide sicher.

 Laura Kaminski (l.), Chemikantin-Azubi bei der BASF, berät Alia-Jane Pflanz, die gerne im Schwarzheider Unternehmen Industriemechanikerin werden möchte.
Laura Kaminski (l.), Chemikantin-Azubi bei der BASF, berät Alia-Jane Pflanz, die gerne im Schwarzheider Unternehmen Industriemechanikerin werden möchte. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT

Genau der gleichen Meinung ist Laura Kaminski, die Chemikantin bei der BASF in Schwarzheide lernt. Die 19-Jährige ist am Messetag viel beschäftig, denn der Andrang am BASF-Stand ist groß. Auch Alia-Jane Pflanz aus Lauta (15) kommt mit einem konkreten Anliegen. Sie möchte Industriemechanikerin werden und fragt nach den wichtigen Schulfächern, in den sie gut sein muss.  „Ich mag das Bearbeiten von Metall“, lacht die Zehntklässlerin aufgrund ihres etwas ungewöhnlichen Berufswunsches. Bei der Beratung durch einen Azubi findet sie sich gut aufgehoben: „Die mussten sich ja auch irgendwann bewerben und wissen, worauf es ankommt.“

Großer Andrang auch am Beratungsstand des Zolls. Hier heißen die Azubis Anwärter und bieten verschiedene Dienstebenen an, die man mit oder ohne Abitur erreichen kann. „Neben guten Leistungen ist ein Sportabzeichen bei der Bewerbung wichtig“, weiß Anwärter Sandro Schönfelder aus Cottbus.

Der aktionsreiche Messetag geht um 15 Uhr zu Ende. Natürlich nicht ohne das traditionelle Aufbauen des Holzhauses durch die Zimmerer-Azubis des Lehrbauhofes Großräschen auf der Bühne in der Mitte der Niederlausitzhalle: „Wir haben knapp 40 Auszubildende in den verschiedensten Handwerksberufen bei uns zu Ausbildung“, erzählt Michael Reinold, Lehrausbilder der Zimmerer. Über das große Interesse freut sich Messe-Mangerin Bianca Tilch: „Besonders stolz sind wir, dass unser neuer Ausbildungskompass so gut ankommt“, zeigt sie sich zum Ende begeistert. Und tatsächlich wandert die mehrseitige Broschüre in sehr viele Rucksäcke, Taschen und Beutel der jungen Besucher.