Von Jan Augustin

Wer am Freitag in das Gesicht von Hosenas Ortsvorsteher Hagen Schuster blicken durfte, der weiß: Der Mann ist glücklich und zufrieden. Ein Dauerlächeln macht sich bei ihm breit. „Ja, es ist ein großer und schöner Tag für Hosena. Alle Strapazen sind jetzt vergessen“, sagt er. Nach knapp 20 Monaten Bauzeit ist die frisch sanierte Ortsdurchfahrt am Mittag freigegeben worden.

Die Landesstraße 58 wurde auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern grundhaft ausgebaut – mit neuem, leiserem Asphalt, neuem Geh- und Radweg, neuem Entwässerungssystem und zwei neuen Bushaltestellen. Das Vorhaben hat insgesamt mehr als 4,2 Millionen Euro verschlungen, wobei 3,4 Millionen Euro vom Land und etwa 840 000 Euro von der Stadt Senftenberg finanziert wurden.

Ausbaubeiträge werden wohl nicht fällig

Straßenausbaubeiträge für die Anwohner werden aller Voraussicht nach nicht mehr fällig. Das dafür notwendige Gesetz soll in der kommenden Woche im Brandenburger Landtag beschlossen werden, kündigt Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) an. „Von der Sanierung der Ortsdurchfahrt profitieren alle. Der Abschnitt ist jetzt deutlich verkehrssicherer als zuvor“, sagt sie. Erfreulich sei auch, dass der Radweg nun ohne Unterbrechung bis ins sächsische Lauta befahrbar sei.

Ortsvorsteher Hagen Schuster ist auch so gut aufgelegt, weil die Bauzeit eingehalten wurde, was nicht selbstverständlich sei. Und, dass das Miteinander zwischen Bauarbeitern und Anwohnern so gut funktioniert habe. „Ein großes Lob an alle Beteiligten“, schwärmt er.

Anwohner kritisiert erhöhte und verbreiterte Straße

Anwohner Werner Groba, der die feierlichen Eröffnungsreden von seinem Eingangstor aus verfolgt, kann das nur unterzeichnen. Egal, wie heiß es gewesen war, die Bauleute haben durchgezogen, um den Fertigstellungstermin einzuhalten, sagt der 61-Jährige. „Von der Leistung und Qualität her bin ich sehr zufrieden“, sagt er. Jedoch gebe es auch Schattenseiten. So kritisiert Werner Groba etwa, dass die neue Straße um 50 Zentimeter erhöht worden sei – warum das so sei, habe ihm keiner erklären können. Er habe sogar unterschreiben müssen, dass künftig möglicherweise Wasser in sein Haus laufen könnte. Auch ärgert ihn, dass die Straßenbreite um etwa 50 Zentimeter auf 6,50 Meter erweitert wurde, was zur Folge hat, dass der Verkehr künftig noch näher an seinem Schlafzimmer vorbeirollt.

Gebeutelte Umfahrungsstraßen werden saniert

Schon der Baustart Mitte Oktober 2017 war nicht geräuschlos verlaufen. Erst monierten Gewerbetreibende, dass sie nicht rechtzeitig informiert worden seien. Dann schimpften Händler über Lärm, fehlenden Parkraum und ausbleibende Kundschaft. Stark in der Kritik stand auch das Verhalten vieler Autofahrer. Denn von Ortskundigen wurde statt der offiziellen Umleitung über Bernsdorf oft der Schleichweg über die Gartenstraße und die Mühlenstraße genutzt. Anwohner litten unter Krach und Staub. Ortsvorsteher Hagen Schuster hofft jetzt, dass die in Mitleidenschaft gezogenen Umfahrungsstraßen, so wie zugesagt, schnell repariert werden.