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Aus zwei mach eins: Schulzentrum für Senftenberg

Mit der Zusammenführung von Grund- und Oberschule an der Calauer Straße wird das Rathenau-Schulhaus im Bauhaus-Stil leer gezogen.
Mit der Zusammenführung von Grund- und Oberschule an der Calauer Straße wird das Rathenau-Schulhaus im Bauhaus-Stil leer gezogen. FOTO: Augustin
Senftenberg. Senftenbergs Stadtverordnete haben grünes Licht für Start der Vorplanungen gegeben. Standort in Calauer Straße gefunden. Andrea Budich

Senftenberg ordnet seine Schullandschaft neu und hat am Mittwochabend die Weichen gestellt für den Bau eines Schulzentrums am Standort der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule in der Calauer Straße. Das Klassenziel haben Senftenbergs Stadtverordnete nach anderthalbstündiger hitziger Diskussion allerdings nur mit Ach und Krach erreicht. Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, dass das ehrgeizige Projekt einer vom Land großzügig geförderten Superschule fürs gemeinsame Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse mit Pauken und Trompeten durchfällt und mit kühnem Schwung in eine Wiederholungsrunde geschickt wird.

Am Ende haben sich die Befürworter mit klarer Mehrheit durchgesetzt (21 Ja-Stimmen; eine Nein-Stimme bei vier Enthaltungen). Mit dem grünen Licht für die Gründung eines Schulzentrums wurden zugleich 200 000 Euro für die Vorplanungen innerhalb einer europaweiten Ausschreibung genehmigt.

An den Start könnte das neue Schulzentrum im besten Falle mit Beginn des Schuljahres 2020/21 gehen. Ähnlich wie bereits in Ortrand und Vetschau praktiziert, wird dabei an einem Standort die Dr.-Otto-Rindt-Oberschule mit der Walther-Rathenau-Grundschule zusammengeführt. Platz genug für einen Neubau auf dem Gelände der Oberschule an der Calauer Straße gibt es. Vorteile aus Sicht der Verwaltung sind neben den besseren Lernbedingungen, ein flexibler Fachlehrereinsatz und eine noch bessere Auslastung der Sporthalle.

Wenngleich beide Schulleiter vor den Stadtverordneten dafür plädierten, dass eine Verschmelzung für die pädagogische Arbeit durchaus sinnvoll ist, blieben einige Abgeordnete bis zum Schluss skeptisch. "Wir tragen damit die Rathenau-Schule zu Grabe", warf Norbert Philipp (Wir für Senftenberg/Grüne/B 90) ins Feld. Den Erstklässlern den weiten Schulweg bis zur Calauer Straße aufzubürden, hält Kerstin Weidner (Agsus) für unzumutbar. Fred Frahnow (Fraktion Stimme freier Bürger/SFB) sieht beim Zusammenlegen der kleinen und großen Schulkinder zu viele ungelöste Probleme.