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| 20:06 Uhr

Spendenaktion gestartet
Aus Lauchhammer nach Tansania

Medizinstudent Lukas Richter aus Lauchhammer reist für ein sechswöchiges Praktikum nach Tansania. Mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lauchhammer-Mitte hat er eine Spendenaktion gestartet, um vor Ort noch besser unterstützen zu können.
Medizinstudent Lukas Richter aus Lauchhammer reist für ein sechswöchiges Praktikum nach Tansania. Mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lauchhammer-Mitte hat er eine Spendenaktion gestartet, um vor Ort noch besser unterstützen zu können. FOTO: LR / Jana Wieduwilt
Lauchhammer. Der Medizinstudent Lukas Richter geht für ein Praktikum in ein Krankenhaus nach Tansania und hat dafür eine Spendenaktion gestartet. Von Jana Wieduwilt

Tansania mit Kilimanjaro, der Tierwelt der Serengeti und den weißen Sandstränden von Sansibar am Indischen Ozean ist ein Traumziel für viele Urlaubsreisen. Doch das Land hat  Probleme. Eines davon ist die medizinische Versorgung: In Tansania sterben heute noch 400 von 10 000 Müttern an der Geburt eines Kindes. Etwa 50 von 1000 geborenen Kindern überleben das fünfte Lebensjahr nicht. In dem afrikanischen Land, das etwa zweieinhalb mal so groß ist wie Deutschland, kümmern sich 0,3 Ärzte um 10 000 Menschen. In Deutschland sind es 41 Ärzte pro 10 000 Menschen.

In wenigen Tagen reist der Lauchhammeraner Lukas Richter in das ostafrikanische Land. Der 24-Jährige studiert im neunten Fachsemester Humanmedizin in Freiburg im Breisgau. Seiner Heimatstadt Lauchhammer ist er über die Jahre treu geblieben, er kehrt regelmäßig in die Lausitz zurück und nutzt dann die Gelegenheit, in seiner Heimatgemeinde Orgel zu spielen. Aus Gesprächen weiß Lukas Richter, dass sich die Kirchengemeinde seit vielen Jahren in Tansania engagiert. „Tansania ist seit vielen Jahren Partner und Ziel von Spendenaktionen unseres Kirchenkreises und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM). So habe ich einen direkten Bezug zu diesem Land. Als angehender Arzt möchte ich zudem Auslandserfahrungen sammeln und so viel wie möglich helfen“, fasst er seine Motivation für das sechswöchige Praktikum zusammen.

Am 29. Juni fliegt der Medizinstudent nach Tansania, um im Süden des Landes im Lugala Lutheran Hospital mitzuhelfen. „Das Krankenhaus hat ein Einzugsgebiet von rund 100 Kilometern und versorgt mit 164 Betten rund 150 000 Menschen“, erzählt er. Oft kommen die Menschen tagelang zu Fuß in das Krankenhaus gelaufen, um sich versorgen zu lassen. Häufig reichen die Betten nicht und mehrere Menschen müssen sich ein Bett teilen. Heute sind in dem Krankenhaus ein Operationstrakt, eine Ambulanz, eine Frauen-,  Männer- und Kinderabteilung, eine Entbindungsstation, eine HIV-Beratungsstelle, ein Labor und eine Apotheke untergebracht.

Die Situation in diesem ärmsten Teil Tansanias ist sehr schwierig. „Die Menschen leiden an Unter­ernährung und die hygienischen Bedingungen sind sehr bedenklich“, weiß Lukas Richter. „Viele Leben könnten mit einfachen Maßnahmen der Gesundheitsförderung gerettet werden.“ Auch in Tansania fehle der Nachwuchs im Pflegebereich, daher habe das Krankenhaus eine Krankenpflegeschule mit aufgebaut. Geld fehlt immer, denn auch in guten finanziellen Zeiten sind die lebensnotwendigen Hilfsmittel und Medikamente knapp.

Weil es dem Krankenhaus oft am Nötigsten fehlt, hat Lukas Richter gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat Lauchhammer-Mitte und Grünewalde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Wir haben uns sehr gefreut, dass Lukas sich dafür entschieden hat, nach Tansania zu reisen. Besonders seine Entscheidung, in dem Krankenhaus zu helfen, mit dem uns so viel verbindet, unterstützen wir sehr“, sagt Marlies Friedek, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats Lauchhammer-Mitte und Grünewalde. Einige Hundert Euro sind schon zusammengekommen, auch Großspender der ortsansässigen Gesundheitsbranche gibt es: die Apotheken von Grit Sponner und das Gesundheitszentrum Niederlausitz. Das Geld möchte der angehende Arzt mit in das Lugala Lutheran Hospital nehmen und dort zu 100 Prozent für die Unterstützung des Krankenhauses ausgeben. „Wir sammeln für dieses Krankenhaus im sehr abgelegenen südwestlichen Teil des Ulanga-Kilombero-Districts, in dem pro Jahr rund 6000 Patienten stationär und rund 22 000 Menschen ambulant versorgt werden“, sagt Lukas Richter. Vor Ort sollen von dem Geld Medikamente und Hygieneartikel gekauft werden. So hat er es mit dem leitenden deutschen Arzt besprochen. Wichtig ist dabei vor allem, die Produkte vor Ort zu kaufen, um so die einheimische Wirtschaft zu unterstützen.

Eine Mutter mit ihrem Kind zur Behandlung im Krankenhaus Lugala Lutheran Hospital in Südtansania.
Eine Mutter mit ihrem Kind zur Behandlung im Krankenhaus Lugala Lutheran Hospital in Südtansania. FOTO: Olivier Brandenberg
Die Frauenstation im Krankenhaus in  Lugala/Tansania ist immer voll belegt. Mit Spenden aus Deutschland können die Bedingungen vor Ort verbessert werden.
Die Frauenstation im Krankenhaus in Lugala/Tansania ist immer voll belegt. Mit Spenden aus Deutschland können die Bedingungen vor Ort verbessert werden. FOTO: Solidarmed / Olivier Brandenberg