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| 01:00 Uhr

Aus dem Gerichtssaal Joint geraucht mit 14-Jähriger

Senftenberg.. Eine Partynacht in Lauchhammer. Michael (*) hat eine Eroberung gemacht. Mit dem Mädchen, das er vom Sehen her kennt, raucht der damals 25-Jährige einen Joint. Ein folgenschwerer Flirt, der am Donnerstag vor dem Senftenberger Amtsgericht verhandelt wurde. Das Mädchen war erst 14. Weil die Minderjährige aber aussah wie eine 18-Jährige, wurde der Angeklagte vom Verbrechens-Vorwurf freigesprochen. Von Andrea Budich

Die Party ging ab irgendwann im Januar 2004. Doreen (*) sprach den smarten jungen Mann mit den kurzen blonden Haaren an. Weil alle in der lockeren Runde rauchten, bot der Ex-Zeitsoldat auch seiner hübschen Bekanntschaft, die er locker auf 18 Jahre schätzte, einen Joint an. Auch bei einer späteren Gartenparty zeigte sich Michael großzügig und reichte Doreen erneut eine Marihuana-Zigarette. Als die Mutter des Mädchens davon erfuhr, zeigte sie den Mann, der ihrer minderjährigen Tochter zweimal Drogen gab, bei der Polizei an.
Vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Harald Rehbein erscheint der derzeit Arbeitslose in Schlips und Kragen. In feinem Zwirn erklärt er dem Gericht, dass er nach dem Alter des Mädchens nicht gefragt hätte. Da auf der Feier nur Erwachsene waren, ging er stillschweigend davon aus, dass auch Doreen längst 18 wäre. Seine Aussage wird von „Drogen-Kommissar“ Hagen Hahnemann vom Polizeischutzbereich Senftenberg bestätigt. Im Frühjahr 2004 hatte er Doreen vernommen und auch auf den erfahrenen Kriminalisten wirkte die 14-Jährige wie eine junge Erwachsene.
Das Alter des Mädchens wird zum springenden Punkt im Strafverfahren. Während das Gesetz für die Abgabe von Drogen an Minderjährige Freiheitsstrafen von über einem Jahr vorsieht, wird beim Austausch zwischen Erwachsenen milder entschieden. Staatsanwältin Loni Füting war am Ende davon überzeugt, dass dem Angeklagten nur ein Vergehen zur Last gelegt werden könne. Vom Vorwurf des Verbrechens ist er freizusprechen, weil davon ausgegangen werden könne, dass die 14-Jährige sich zur Party aufgedonnert hatte und laut Zeugenaussage tatsächlich älter wirkte.
Das Schöffengericht folgte am Ende dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den Angeklagten wegen Abgabe von jeweils einem Gramm Marihuana in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 20 Euro. Zugunsten des erstmals vor Gericht stehenden Lauchhammeraners wurde sein Geständnis und seine bisher „weiße Weste“ in Justitias Waagschale geworfen.

(*) Namen von der Redaktion geändert