| 15:59 Uhr

Aus alter Kegelbahn wird ein Kindertreff

Teilnehmer des Workcamps am Zollhaus Ruhland.
Teilnehmer des Workcamps am Zollhaus Ruhland. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Ruhland. Im Projekt "Zollhaus Ruhland – um eine schlafende Schönheit zu küssen" haben 15 Jugendliche, alle Mitte 20, aus Serbien, Lettland, der Ukraine und Deutschland gut zwei Wochen angepackt. Aufgerufen hatte dazu der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM). sam1

"Wir haben wieder beim Ökumenischen Jugenddienst ein Projekt eingereicht und wurden erneut ausgelost", sagt Jugendreferentin Nele Schmidt, Verbindungsfrau zwischen Jugenddienst und dem Ruhlander Projekt.

Die Jugendlichen haben das CVJM-Haus an der Berliner Straße ausgeräumt und in der ehemaligen Kegelbahn am Zollhaus klar Schiff gemacht. Dort waren das von einem Feuer beschädigte Dach abzutragen, lose Steine zu entfernen und von Mörtel und Schmutz zu befreien sowie ein defekter Kachelofen zurückzubauen. Auf einem kleinen Teil des langen Gebäudes wurde das Dach saniert, um zwei darunter liegende Räume nutzbar zu machen. "Finanziert wird das Workcamp ausschließlich aus Spenden und vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Die Teilnehmer zahlen einen Unkostenbeitrag von 20 Euro und die An- und Abreise. In die alte Kegelbahn soll im nächsten Jahr ein Kindertreff einziehen", so Nele Schmidt weiter.

Der Rohbau steht. Bis 2018 sollen neue Fenster und Türen eingebaut und die Wände verputzt werden. Eröffnet werden soll er in der zweiten Jahreshälfte. "Die Jugendlichen haben gut mitgearbeitet. Sie waren sehr motiviert und es hat sehr viel Spaß gemacht. Viele erweiterten dabei ihre Kompetenzen", sagte Michael Hollick. Der selbstständige Zimmerermeister aus Ruhland nahm extra für dieses Projekt seinen Jahresurlaub.

So wie es die finanziellen Mittel erlauben, soll der Treff erweitert werden. Dazu wandert die hintere Wand im Innern Stück für Stück nach hinten, bis das gesamte Gebäude saniert genutzt wird. In ihrer freien Zeit erkundeten die Jugendlichen die Region. "Wir waren in Dresden an der Frauenkirche und erkundeten in drei kleinen Gruppen den Ort. Anhand von Fotos hatten die Gruppen ihre gestellten Aufgaben den anderen Gruppen vorzutragen", erzählt die 21-jährige Lisa-Maria Kohn aus Görlitz, die Betreuerin im Camp ist.

Neben Besuchen in der Region erlebten die Campteilnehmer eine kulinarische Reise. "Bei uns wurde viel gekocht. An drei Länderabenden erfuhren die Campteilnehmer Interessantes aus den teilnehmenden Ländern", sagt Jugendreferentin Schmidt. Nach zwei Workcamps hintereinander soll nächstes Jahr ausgesetzt werden, um anderen Projekten auch eine Chance zu geben. Dennoch wird am Projekt Kindertreff weiter gearbeitet.