Rentner Richard Jenke ist extra mit dem Fahrrad gekommen, um nichts zu verpassen. Der 67-Jährige Senftenberger Kumpel kennt das Krankenhaus noch von früher. An die großen Patienten-Säle mit zwölf Betten kann er sich noch gut erinnern. Dass sich das Krankenhaus nach dem Umbau mehr zur Stadt öffnet und es einen neuen Haupteingang mit Wasserlauf geben wird, findet Richard Jenke in Ordnung.
Im neuen Bettenhaus, das im Winkel zum Altbau angesetzt wird, ist Platz für 54 Patienten der Psychiatrie. Damit geht Senftenberg einen neuen Weg bei der städtebaulichen Einordnung dieses Krankheit. Bisher ist die psychiatrische Abteilung des Klinikums Niederlausitz am Standort Klettwitz untergebracht. Nach dem Umzug der Inneren Abteilung, der Urologie und der Geriatrie als einzige verbleibende Station in Klettwitz. „Mit der Isolation auf dem Land würde über kurz oder lang ein Anstaltscharakter entstehen, den wir so nicht wollen“ , erklärt Chefarzt Dr. Frank-Frieder Schiefer gestern am Rande der riesigen Baugrube. Für den Arzt, der seit 20 Jahren in Klettwitz arbeitet, geht mit den Neubau eine Vision in Erfüllung. Die Vorteile des neuen Standortes in Senftenberg liegen für ihn auf der Hand. Seine Patienten können künftig dort behandelt werden, wo sie leben und wohnen. Und sie können ihre sozialen Kontakte unmittelbar in Krankenhausnähe pflegen. Ein entscheidender Aspekt für Dr. Schiefer ist, dass die psychisch Kranken ab 2008 durch die selbe Tür zu ihrem Arzt gehen, wie die körperlich Kranken. Durch die räumliche Nähe zu anderen Fachabteilungen ist eine noch engere Zusammenarbeit möglich. Krankentransporte zwischen Klettwitz und Senftenberg entfallen, weil die gesamte Diagnostik künftig im Hause konzentriert ist.
Kräne, Bagger und Bauarbeiter werden in den nächsten Monaten das Krankenhausbild prägen. Nach der Errichtung des Neubaus beginnt Anfang 2007 die Sanierung des Altbaus. Durch Anheben des Daches werden beide Gebäudeteile aneinander angeglichen.

Zum Thema Geschichte und Zukunft
Eine Ausstellung im Krankenhaus präsentiert Geschichte und Zukunft des Hauses. Die historischen Zeichnungen können von den Senftenbergern bis zur Sanierung des Altbaus in Augenschein genommen werden.
Besonderheiten des Umbaus: Verlegung des alten Haupteinganges nach rechts; Gestaltung der Außenanlagen in Form der früheren Parkanlage sowie Erhalt der historischen Bausubstanz des Altbaus (erbaut 1900 bis 1920).