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Pilze
Auf der Suche nach Wald-Schätzen

Karl-Heinz Niese kennt geheime Pilzstellen und wird oft fündig.
Karl-Heinz Niese kennt geheime Pilzstellen und wird oft fündig. FOTO: rkp1
Lindenau. Seit seiner Kindheit ist Karl-Heinz Niese aus Lindenau ein leidenschaftlicher Pilzsammler. "Das habe ich von meinem Vater Erich übernommen. Rudolf Kupfer / rkp1

Pilzfunde wurden immer sortiert und schon damals anhand von Büchern bestimmt", erinnert sich der 69-Jährige. Dass er heute in seinem Sohn Marko einem echten Konkurrenten auf diesem Gebiet hat, freut ihn besonders. Für den Eigentümer von Kiefernwald und den Naturliebhaber ist die schönste Zeit im Jahr, wenn er auf Pilzsuche in die Forste rund um Lindenau gehen kann.

Über Jahrzehnte hat sich seine Leidenschaft für Pilze erhalten. Besonders seitdem er Rentner ist, verbringt Karl-Heinz Niese die gewonnene Freizeit oft im Wald. Dort kennt er jeden Waldweg und die geheimen Pilzstellen. "Schon als Kind habe ich Speisepilze zur ehemaligen Sammelstelle nach Frauendorf gebracht und so mein Taschengeld aufgebessert", sagt er.

Die bisherige Bilanz für die Saison 2017 fällt bei ihm insgesamt positiv aus, aber ein Rekordjahr war es bislang nicht. Aus benachbarten Gegenden gibt es allerdings Einschätzungen. Vor allem die beliebten Pfifferlinge seien von Mai bis Ende September besser als in anderen Jahren gewachsen. Dagegen war das Angebot an Steinpilzen eher gering. In diesen Tagen hat Karl-Heinz Niese allerdings mehrere Fette Hennen gefunden. Aus diesen schmackhaften Pilzen bereitet seine Ehefrau Brigitte eine Pilzsuppe mit Kräutern zu, die einzigartig schmeckt. Auch die Schwiegertochter Sylvia hilft bei der Verarbeitung der Pilzfunde. Sie bereitet besonders gern junge Steinpilze und Maronen zu, die sie süßsauer einlegt. Jetzt im Herbst wird der Speiseplan von Familie Niese regelmäßig mit verschiedenen Pilzgerichten bereichert.

Trotz der großen Sammelleidenschaft berücksichtigt auch der Experte den wichtigen Grundsatz, nur das zu sammeln, was er auch wirklich kennt. Beispielsweise ist bei Bitterlingen, die aussehen wie Birkenpilze, eine vorsichtige Geschmacksprobe notwendig. Landen sie im Kochtopf, verderben sie jedes Pilzgericht, so der Fachmann.

Wenn es in den kommenden Tagen wieder etwas wärmer wird, rechnet Karl-Heinz Niese bei der reichlich vorhandenen Feuchtigkeit nochmals mit gutem Pilzzuwachs. Entsprechend dem Pilzkalender werden jetzt auch noch Grünlinge erwartet, die aktuell in ihrer Genießbarkeit umstritten sind. Für den Lindenauer gehören diese aber nach wie vor zu den schmackhaften Speisepilzen.