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| 12:30 Uhr

Wirtschaftsförderer besuchen Unternehmen in OSL
Auf der Suche nach der Verpackung von morgen

Erläutert den Teilnehmern des Arbeitskreises der Wirtschaftsförderer die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Verarbeitungstechnikums Biopolymere des Fraunhofer Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) auf dem Gelände der BASF Schwarzheide GmbH: Leiter Thomas Büsse.
Erläutert den Teilnehmern des Arbeitskreises der Wirtschaftsförderer die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Verarbeitungstechnikums Biopolymere des Fraunhofer Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) auf dem Gelände der BASF Schwarzheide GmbH: Leiter Thomas Büsse.
Schwarzheide. Der Arbeitskreis der Wirtschaftsförderer OSL hat sich zu seiner Auftaktberatung bei der BASF in Schwarzheide informiert.

Das Auftakttreffen des Arbeitskreises der Wirtschaftsförderer im Jahr 2018 hat auf dem Gelände der BASF Schwarzheide stattgefunden. Darüber informiert Kreissprecherin Sarah Werner. Bei der BASF ist das Verarbeitungstechnikum Biopolymere des Fraunhofer Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) seit 2013 auf einer Fläche von 750 Quadratmetern tätig. Was genau er und seine fünf Mitarbeiter vor Ort tun, erklärte Leiter Thomas Büsse den 18 Teilnehmern.

Grundlage der Arbeit bildet die Erkenntnis, dass Kunstoffverpackungsmaterialien – etwa im Bereich der Lebensmittelindustrie – heute nicht mehr wegzudenken sind. Aus gutem Grund: Denn sie vereinen mechanische Stabilität und Barrierewirkung und schützen so das Produkt. Für die Herstellung verwendet die Industrie konventionelle Kunststoffe, wie Polyethylen. Ein alternatives, natürlicheres Produkt auf Basis von Biopolymeren, das dieselben Eigenschaften erreicht, gibt es bislang nicht. „Jedoch stellen Biokunststoffe wie etwa Polybutylensuccinat (PBS) eine gewisse Alternative dar“, so Büsse.

In diesem Bereich greift die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Schwarzheider: Ziel ist es, entsprechende Alternativen zu den derzeit gebräuchlichen, nicht biologischen Kunststoffprodukten zu finden. An modernen Anlagen und mittels hochwertiger Technik setzen er und sein Team marktgängige und neue biobasierte Kunststoffe ein, um beispielsweise innovative Mehrschicht-Folienmaterialien herzustellen. Die Ergebnisse werden vor Ort und mithilfe umfangreicher Analysetechniken untersucht und weiterentwickelt.

Die entstehenden Produkte könnten später auf den Anlagen der Industrie verarbeitet werden und so weltweit - beispielsweise als biologische Verpackung für Obst, Gemüse und Co. - zum Einsatz kommen. Das Prinzip der Herstellung erläuterte Büsse den interessierten Besuchern unter anderem an der modernen 3-Schicht-Flachfolienanlage.

Neben der Arbeit vor Ort setzt das Team des Verarbeitungstechnikums auch auf Vernetzung in der Region. Über eine Integration in lokale und überregionale Netzwerke und Verbundstrukturen unterstützen die Schwarzheider auch klein- und mittelständische kunststoffverarbeitende Unternehmen bei der Einführung biobasierter Kunststoffe in die Produktionsprozesse. Eine gute Basis dafür bildet der Kunststoffverbund Brandenburg-Berlin, deren stellvertretender Vorsitzender Büsse ist.

Unter anderem auch mit dem Lehrgebiet Kunststofftechnik und -verarbeitung der BTU Cottbus-Senftenberg besteht eine enge Zusammenarbeit. Darüber hinaus bringt sich das IAP in das mobile Schülerlabor der BTU „Science on tour“ ein. Das Verarbeitungstechnikum in Schwarzheide gehört zum Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung mit Sitz in Potsdam-Golm mit insgesamt 220 Mitarbeitern.

Einen weiteren Tagesordnungspunkt des Treffens des Arbeitskreises bildete die Vorstellung des Forschungsprojektes „EnAHRgie“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch Dr. Stefan Schneider vom Deutschen Institut für Urbanistik Berlin. In dem noch laufenden Projekt werden die Herausforderungen der Energiewende, Lösungsansätze und Ergebnisse bezugnehmend auf die Modellregion Landkreis Ahrweiler ermittelt. Vorgesehen ist, die Erkenntnisse aus dem Vorhaben später auch anderen Regionen zur Verfügung zu stellen. Daran signalisierten die Anwesenden großes Interesse.

Regelmäßig lädt die Kreisverwaltung die Wirtschaftsförderer der Kommunen sowie Kooperationspartner aus der Wirtschaft ein, um diese über aktuelle Themen zu informieren und sich zu relevanten Themen auszutauschen. Die Treffen finden bis zu vier Mal jährlich auf Einladung des Bereiches Wirtschaft und Förderung der Kreisverwaltung OSL in wechselnden Unternehmen im Landkreis statt. Das nächste Treffen folgt voraussichtlich im Juni 2018, so Sarah Werner.

(jag)