ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:13 Uhr

Auf der Suche nach dem richtigen Beruf

Lauchhammer.. Lauchhammer. Den Auftakt für die Feierlichkeiten zum 50. Stadtgeburtstag mit einer Ausbildungsbörse für die Jugend zu beginnen, war ganz sicher ein gutes Zeichen. Über 1700 junge Leute haben sich gestern in der Realschule über die verschiedensten Angebote informiert. Von Petra Maser

Mehr als 40 Firmen, Institutionen und Hochschulen präsentierten sich, ihre Ausbildungsmöglichkeiten, nannten zu vergebende Lehrstellen und Karrierechancen. Vor allem für Schülerinnen und Schüler der jetzigen 9. Klassen war das Umschauen lohnenswert. Die meisten müssen sich noch beruflich orientieren. Für die diesjährigen Abgänger der 10. Klassen sind die Möglichkeiten allerdings inzwischen begrenzt. Es gibt nur noch wenige freie Ausbildungsplätze. Berufsberaterin Ingrid Roeser vom Arbeitsamt konnte lediglich noch offene Stellen im kaufmännischen Bereich, in IT-Berufen und als Mechatroniker anbieten. Über ein fehlendes reges Interesse konnte sie sich nicht beklagen.
Christina Klemm, die das Freifrau-von-Löwendal-Gymnasium in Lauchhammer besucht, sah ihre Erwartungen an die Börse größtenteils erfüllt. Da sie nach dem Abitur erst mal eine Ausbildung absolvieren möchte, kam sie mit der Absicht, neue Berufe kennen zu lernen. Ihr Interesse gilt dem Messe- und Veranstaltungsservice.
Für künftige Abiturienten gab es jedoch auch eine große Vielfalt an Informationen zu den unterschiedlichsten Studiengängen. Von der Fachhochschule Lausitz über die Technische Hochschule Magdeburg bis hin zur Universität Potsdam waren Studieneinrichtungen von Rang und Namen vertreten. Ihnen ging es vor allem darum, das Interesse der Jugendlichen zu wecken. Dietmar Rößler von der Hochschule Zittau/Görlitz sieht das so: „Wir wollen in erster Linie Kontakte herstellen. Einerseits zu den Schulen und Unternehmen der Region, aber vor allem zu den künftigen Studenten selbst.“ Insbesondere die Kooperative Ingenieurausbildung, bei der die Studenten Praktika in einem Unternehmen ihrer Wahl absolvieren, dürfte für viele technisch Interessierte ein gutes Angebot sein, zumal bei dieser Studienform gleichzeitig ein IHK-Abschluss erreicht wird.
Stefanie Banik und Nadin Steckbauer aus der Klasse 12 des Lauchhammeraner Gymnasiums hingegen wollen nach dem Abi Lehramt studieren und waren auf der Suche nach der richtigen Universität.

Heißer Start nach Klasse 10
Aber auch mit dem Abschluss der 10. Klasse stehen vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten zur Auswahl. Zum Beispiel bei Vattenfall Europe Mining & Generation. Das Unternehmen bildet in 13 verschiedenen Berufsrichtungen aus. „Die Teilnahme an der Jobbörse ist für uns mehr als eine Pflicht. Das verstehen wir unter Verantwortung für die Region“ , so Sabine Brumma aus dem Bereich Marketing und Personalentwicklung. Sie hätte eine größere Resonanz erwartet: „Vor allem die Jungen sind noch sehr unsicher, was ihre berufliche Entwicklung betrifft. Die Mädchen stellen gezieltere Fragen.“

Gute Noten sind gefragt
Das enttäuschende Leistungsniveau vieler Bewerber bedauert Carola Kley, Personalleiterin bei Vestas Lauchhammer. Gefragt seien vor allem sehr gute bis gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern und Interesse für handwerkliche Tätigkeiten. Das Unternehmen bildet in diesem Jahr fünf Jugendliche in drei verschiedenen Berufen aus. Die Lehrstellen sind jedoch so gut wie vergeben.
Jobs und Ausbildungsplätze sind natürlich nicht nur in der Jubiläumsstadt Lauchhammer rar. So verwundert es nicht, dass zahlreichen Schüler der Region gestern zur Jobbörse kamen. Martha Oleynik von der 2. Gesamtschule Senftenberg und ihre Mutter fanden die Veranstaltung große Klasse. Sie informierten sich zur Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte.
Nur wenig Eltern nutzten die Gelegenheit, um sich gemeinsam mit ihrem Nachwuchs über Karrierechancen zu informieren. Vielleicht sind beim nächsten Mal auch noch mehr Handwerksbetriebe aus der Region dabei.