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| 14:08 Uhr

Personal und Gewerkschaft erhöhen Druck
Auf den Streik im Klinikum soll eine Demo folgen

Laut Verdi haben sich rund 200 Beschäftigte der Klinikum Niederlausitz GmbH am Montag in Senftenberg (Bild) und in Lauchhammer an der Streikversammlung beteiligt.
Laut Verdi haben sich rund 200 Beschäftigte der Klinikum Niederlausitz GmbH am Montag in Senftenberg (Bild) und in Lauchhammer an der Streikversammlung beteiligt. FOTO: Verdi / Ralf Franke
Senftenberg/Lauchhammer. Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag eine Protestkundgebung vor dem OSL-Kreistag in Klettwitz angekündigt. Von Jan Augustin

Etwa 200 Beschäftigte des Klinikums Niederlausitz haben sich am Montag in Senftenberg und Lauchhammer an der Streikversammlung beteiligt. Der zweistündige Protest war inzwischen der zweite Warnstreik bei der kreiseigenen Klinikum Niederlausitz GmbH. Und der Druck wächst weiter. Für diesen Donnerstag um 15.30 Uhr kündigt die Gewerkschaft Verdi eine Protestkundgebung vor dem Oberspreewald-Lausitz-Kreistag in Klettwitz an. Seit Februar steht die Gewerkschaft für die rund 915 nichtärztlichen Beschäftigten mit der Klinik in Tarifverhandlungen. Nachdem auch bei der siebenten Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt wurde, hatte sich die Tarifkommission für Warnstreiks ausgesprochen. „Die Beschäftigten fordern, dass Ihre Arbeitsleistung in den Krankenhäusern in Lauchhammer und in Senftenberg nicht schlechter vergütet werden soll als die Arbeitsleistung der vergleichbaren Beschäftigten im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus“, teilt Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke mit. Mit dem Arbeitgeberangebot bleibe aber eine Lücke von sieben Prozent bestehen. Das Arbeitgeberangebot, das eine zweiprozentige Entgelterhöhung für alle Klinikbeschäftigten ab Mai 2018 und je weitere zwei Prozent ab Mai 2019 sowie ab Mai 2020 vorsah, lehnen die Streikenden als „völlig unzureichend“ ab.

Mit der Protestkundgebung in Klettwitz wollen die Beschäftigten und Verdi ihre Unzufriedenheit über dieses Angebot auch bei den Mitgliedern des Kreistages deutlich machen, so Franke. Der Landkreis ist alleiniger Gesellschafter und somit laut Verdi „als Eigentümer auch in der Verantwortung für die laufenden Tarifverhandlungen“. Landrat Siegurd Heinze (parteilos) fordert indes dazu auf, „die Tarif-Debatte dort auszutragen, wo eine Einigung nur möglich ist: am Verhandlungstisch“. Er hoffe, für das Wohl der Patienten und Mitarbeiter, dass es zu keinen weiteren Streiks, „sondern zu einer zeitnahen Annäherung beider Verhandlungspartner“ kommt und eine baldige Einigung erzielt werden kann. Das nächste Verhandlungsgespräch findet am Freitag, 22. Juni, ab 16 Uhr in Senftenberg statt.