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| 10:28 Uhr

Wort zum Sonntag
Auf dem Weg ins Leben eigene Schwerpunkte setzen

Kroppen. Gedanken zur Konfirmation junger Menschen in diesen Tage.

Konfirmation. Vor mir steht ein Jugendlicher, schick angezogen, etwas aufgeregt. Hier am Taufstein haben vor 13 Jahren seine Eltern „Ja!“ zu Gott gesagt und mit der Taufe ihren kleinen Sohn auch der Fürsorge Gottes anvertraut. Nun ist er in Glaubensdingen erwachsen.

Heute hat er selbst „Ja!“ gesagt, zu einem Leben mit Gott. Das war ein sehr dichter Moment. Die Konfirmanden haben miteinander um den Taufstein gestanden, mit erwartungsvollen Gesichtern, ernst und aufmerksam. Hier geht es darum, woran sie ihr Leben ausrichten und was ihnen für ihr Leben wichtig ist. „Willst Du Deinen Lebensweg mit Gott gehen, Dein Leben nach seinen Geboten ausrichten und darauf vertrauen, dass Gott in guten und in schweren Zeiten für Dich da ist?“ Offene Gesichter, klare Stimmen: „Ja, mit Gottes Hilfe!“ Heute nehmen sie das große Angebot an. Es gibt einen guten Freund mehr in ihrem Leben. Gott geht an ihrer Seite und ist für sie da.

In den zwei Jahren vor der Konfirmation haben die Jungen und Mädchen intensiv über den Glauben nachgedacht, nach den Werten gefragt, die das Leben prägen, gelernt, wie man betet, Worte für ihren Glauben gefunden. Dabei ist ihnen immer wieder wichtig, dass der Glaube etwas mit ihrem Leben zu tun hat und sich auch in ihrer Sprache ausdrückt.

Die Konfirmanden des Jahres 2018 aus dem Pfarrsprengel Lindenau-Kroppen haben ein eigenes Glaubensbekenntnis formuliert:

Wir glauben an unseren Gott,
den allmächtigen und barmherzigen Schöpfer der Erde.

Es liegt in unserer Verantwortung,
die Erde zu schützen, die er für uns geschaffen hat.

Wir glauben, dass Gott uns die Freiheit gibt,
unser Leben selbst zu gestalten.
Er sagte uns,
Friede und Gerechtigkeit soll über die Erde herrschen.
Obwohl Krieg, Ungerechtigkeit und Gier unsere Welt prägen,
gibst Du, Gott, uns Kraft und Hoffnung,
um dem Bösen zu widerstehen.

Wir glauben an Jesus Christus, den Retter der Welt,
der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist,
der uns in dunklen Zeiten den richtigen Weg weist
und mit seiner Liebe bei uns ist an jedem Tag.

Wir glauben an die Stärke
in der Gemeinschaft der Christinnen und Christen.
Gottes Heiliger Geist lebt in uns.
Wir können seine wunderbare Schöpfung wahrnehmen
und sein Wort in der Welt verbreiten.

Amen.

Mich hat dieses klare und mutige Bekenntnis sehr berührt, ihre Hoffnung, ihr Mut und ihre Sehnsucht danach, dass ihr Leben einen guten Weg findet.

Konfirmation. Wenn sie dann vor mir stehen, da am Taufstein, spreche ich ihnen Gottes Segen zu, meine Hoffnung, dass ihr Leben gelingt, und meinen Wunsch, dass sie auch in den schweren Zeiten Gottes Nähe erfahren und von seiner Liebe getragen werden. Und Gott sieht auf uns herab und freut sich lächelnd an diesem ganz besonderen Menschenkind. Das kann ich in diesen Momenten spüren.

Angelika Scholte-Reh

Pfarrerin und Supervisorin