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Asylheim Brieske schließt

Die letzten Bewohner im ehemaligen Praktiker-Baumarkt ziehen bis Ende dieser Woche aus.
Die letzten Bewohner im ehemaligen Praktiker-Baumarkt ziehen bis Ende dieser Woche aus. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Bis Ende der Woche ziehen die letzten Bewohner aus der Unterkunft im ehemaligen Praktiker-Baumarkt. Der Flüchtlingsstrom ist abgeebbt. Jan Augustin

Anderthalb Jahre nach der Eröffnung schließt die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber im Landkreis an diesem Wochenende wieder. Bis zum Ende dieser Woche ziehen die letzten Bewohner aus dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt aus. Am 30. November endet auch der Mietvertrag. Das bestätigt Sozialdezernent Alexander Erbert (CDU). Die Flüchtlinge werden auf Unterkünfte in Sedlitz und Lauchhammer verteilt. Dem Landkreis stehen damit zwar 300 Plätze weniger zur Verfügung. Bedenklich ist das aber nicht. Denn es kommen immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland und in den Oberspreewald-Lausitz-Kreis. In diesem Jahr sind hier gerade einmal 98 Asylsuchende aufgenommen worden. Vor zwei Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt etwa 1000.

Das Land Brandenburg hat dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz in seiner letzten Prognose für dieses Jahr 198 Asylbewerber angekündigt. Alexander Erbert rechnet aber damit, wenn es so ruhig bleibt wie bisher, dass der Landkreis wegen eines komplizierten Verrechnungssystems in diesem Jahr keine Asylbewerber mehr aufnehmen muss. Bis Ende des Jahres will der Landkreis seine Kapazität in den Gemeinschaftsunterkünften, Wohnverbünden und Einzelwohnungen von knapp 1700 auf etwa 1100 Plätze reduzieren. Im nächsten Jahr soll sie auf 800 sinken.

Die Eröffnung und der Betrieb der Unterkunft in Brieske waren vor allem in den sozialen Netzwerken stark umstritten. Bis auf wenige Ausnahmen gab es aber keine Zwischenfälle. Den Eindruck hat auch Brieskes Ortsvorsteherin Christina Nicklisch: "Wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht", betont sie. Vereinzelt seien zwischen Brieskern und Flüchtlingen sogar Freundschaften entstanden. Mit den Asylbewerbern ist sie vor Ort ins Gespräch gekommen: "Ich habe selbst empfunden, dass sie psychisch sehr stark geschädigt sind."

Kritisch bewertet Christina Nicklisch nach wie vor die Entscheidung, überhaupt das Heim in dieser Dimension eröffnet zu haben. Denn die Auslastung hat teilweise nur bei zehn Prozent gelegen, aber die Mietkosten waren immer gleich hoch, argumentiert sie. "Der Landkreis hat da zu hektisch reagiert", findet Christina Nicklisch.

Zum Thema:
Bis Ende des Jahres soll auch die Gemeinschaftsunterkunft im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz leer gezogen werden. Das für 117 Plätze ausgelegte Haus soll im Standby-Modus bleiben, bei Bedarf also wieder in Betrieb gehen. Anfang des Jahres war schon die Unterkunft bei Spreewaldbauer Ricken in Vetschau geschlossen worden. Im Kreis leben aktuell insgesamt 3890 Ausländer, darunter sind etwa 670 Asylbewerber.